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Rupert Murdoch Biografie: Medien-Mogul vom 5. Kontinent

Rupert MurdochRupert Murdoch, der Medien-Mogul aus Australien, ist einer der umstrittensten Unternehmer der Welt. Seine News Corp gehört zu den einflussreichsten Medien-Konzernen. Für seine Bewunderer, die vornehmlich aus dem konservativen und neoliberalen Lager kommen, ist Rupert Murdoch der geniale Geschäftsmann, der aus dem kleinen elterlichen Medien-Unternehmen die weltweit erfolgreiche News Corporation (kurz: News Corp) erschuf. Kritiker sehen in dem australischen Medien-Mogul, der mittlerweile die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hat, eine Gefahr für die Meinungsfreiheit und dies nicht erst seit dem Abhörskandal um das britische Boulevardblatt „News of the World“. Viele gehen noch weiter in ihrer Kritik und werfen Rupert Murdoch aktive Einflussnahme auf die Politik und sogar Kriegstreiberei vor.

Über seinen US Sender FOX News habe er die damalige republikanische Regierung von George W. Bush aktiv unterstützt. FOX News soll durch seine Berichte über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet haben, das amerikanische Volk von der Notwendigkeit des späteren Irak Kriegs zu überzeugen. Im Präsidentschafts-Wahlkampf machte der Nachrichten-Sender Stimmung gegen den demokratischen Kandidaten Barack Obama und versuchte seine Wahl zu verhindern. Ob politisch, gesellschaftlich oder ökonomisch, Rupert Murdoch soll über sein Medien-Imperium versucht haben, die Nachrichten in seinem Sinne zu beeinflussen. Teilweise hat der Medien-Mogul diese Vorwürfe selbst zugegeben. Er macht keinen Hehl daraus, seine Interessen durchsetzen zu wollen.

Unabhängigkeit und Überparteilichkeit sind also bei den Printmedien, Fernsehsendern, Film-Studios, Internet-Angeboten, Buch-Verlagen und sonstigen Bestandteilen, die zu Rupert Murdochs Medien-Unternehmen News Corporation gehören, nicht unbedingt gegeben. Ein weiterer Vorwurf von Kritikern ist die, ihrer Meinung nach, reißerische, aufhetzende, oft falsche und verleumderische Berichterstattung. Insbesondere die Boulevard-Zeitungen würden Journalismus auf niedrigstem Niveau betreiben. Rupert Murdoch weist diese Anschuldigungen mit dem Argument ab, er würde den Lesern nur geben was sie verlangen. Sein Erfolg, der sich durch viele Übernahmen und ein ständig wachsendes Unternehmen zeigt, scheint ihm Recht zu geben. Darauf spielt auch eine Weisheit unter Journalisten an: „Schreibe nie etwas negatives über Rupert Murdoch, er könnte bald dein neuer Boss sein.“

 

Privatleben & Familie

Rupert Murdoch wurde am 11. März 1931 in Melbourne, im australischen Bundesstaat Victoria, in eine wohlhabende Familie geboren. Er ist der Sohn von Sir Keith Murdoch (1885-1952) und Elisabeth Joy (geb. Greene) (1909). Weitere Kinder sind Janet Calvert-Jones, Anne Kantor und Helen Handbury (1929-2004). Rupert Murdoch war von 1956 bis 1967 mit Patricia Booker verheiratet. Aus der Ehe ging sein erstes Kind Prudence (1958) hervor. Von 1967 bis 1999 folgte die Ehe mit Anna Maria Torv, mit der Rupert Murdoch die Kinder Elisabeth (1968), Lachlan (1971) und James (1972) zeugte. Seit 1999 ist er mit Wendi Deng verheiratet, mit der er die Kinder Grace (2001) und Chloe (2003) hat.

 

Karriere & Aufbau der News Corporation

Rupert Murdoch ist Gründer, Vorsitzender und CEO der News Corporation, eines der weltweit größten und einflussreichsten Medien-Unternehmen. Sein Medien-Imperium News Corporation (kurz: News Corp) entwickelte er aus News Limited, dem Unternehmen seines verstorbenen Vaters. Zuvor absolvierte Rupert Murdoch die private Elite-Schule Geelong Grammar School in Australien und studierte an der renommierten englischen Oxford Universität Ökonomie, Politik und Philosophie. Die News Corporation umfasst unter anderem Printmedien, Fernsehsender, Film-Studios und Online-Angebote. Der Medien-Konzern hatte im Jahr 2010 rund 51.000 Angestellte und erwirtschaftete einen Gewinn von 3,7 Milliarden US-Dollar, bei einem Umsatz von fast 33 Milliarden US-Dollar. Der Firmensitz wurde 2004 von Australien in die USA verlegt.

 

News Corp: Die wichtigsten Printmedien

  • Australien (News Limited)

Zeitungen (national)
The Australian, The Weekend Australian, Australian Associated Press (45 Prozent Anteil)

Zeitungen (nach Bundesstaaten)
New South Wales: The Daily Telegraph, The Sunday Telegraph, mX Sydney
Northern Territory: Northern Territory News, The Sunday Territorian
South Australia: The Advertiser, Sunday Mail
Tasmanien: The Mercury, The Sunday Tasmanian
Victoria: Herald Sun, Sunday Herald Sun, mX Melbourne
Western Australia: The Sunday Times
Queensland: The Courier Mail, The Sunday Mail

Zeitungen (regional)
New South Wales: Tweed Sun
Northern Territory: Centralian Advocate
Queensland: Ayr Advocate, Bowen Independent, Cairns Sun, Gold Coast Bulletin, Gold Coast Sun, Herbert River Express, Home Hill Observer, Innisfail Advocate, Northern Miner, Port Douglas & Mossman Gazette, Tablelander – Atherton, Tablelands Advertiser, The Cairns Post, The Noosa Journal, Townsville Bulletin, Townsville Sun, Weekender
Tasmanien: Derwent Valley Gazette, Tasmanian Country
Victoria: Echo, Geelong Advertiser, Geelong News, The Weekly Times

Zeitungen (kleinere Gemeindeblätter)
Adelaide (Messenger (SA) Newspapers): 12 Zeitungen
Brisbane (Quest (QLD) Newspapers): 22 Zeitungen
Darwin (Sun (NT) Newspapers): 3 Zeitungen
Melbourne (Leader (Vic) Newspapers): 33 Zeitungen
Perth (Community (WA) Newspapers): 17 Zeitungen
Sydney (Cumberland/Courier (NSW) Newspapers): 23 Zeitungen

Magazine: Alpha, Australian Football Weekly, Australian Golf Digest, Australian Good Taste, Australian Parents, Best of the Gold Coast Magazine, Big League, Chopper, Country Style, Delicious, Donna Hay, Gardening Australia, GQ Australia, Inside Out, Lifestyle Pools + Outdoor Design, Live to Ride, Master Chef Magazine, Modern Boating, Modern Fishing, Overlander 4WD, Smart Source Magazine, Super Food Ideas, Tattoo, Truck & Trailer Australia, Truckin Life, Two Wheels, Two Wheels Scooter, Vogue Australia, Vogue Entertaining + Travel

Großbritannien (News International)
The Sun, The Times, Sunday Times, The Times Literary Supplement, The Times Education Supplement

USA
New York Post, Wall Street Journal (Dow Jones)

(kommunal): Courier Life Publications, Bronx Times Reporter Inc., The Corning Leader, The Brooklyn Paper, TimesLedger Newspapers

Magazine: Smart Source Magazine

 

Fernsehen, Filmstudios, Internet & Sonstiges

Fernsehen: FOX Broadcasting Company, FOX Sports, FOX Sports Australia, FOX Television Stations, MyNetworkTV

(Kabel): Big Ten Network, FOX Business Network, Fox Movie Channel, FOX News Channel, FOX College Sports, FOX Sports Enterprises, Fox Deportes, FOX Sports Net, FOX Soccer Channel, Fuel TV

(Satelit): BSkyB, FOXTEL, Sky Deutschland, SKY Italia

Filmstudios: 20th Century Fox, 20th Century Fox Espanol, 20th Century Fox Home Entertainment, 20th Century Fox International, 20th Century Fox Television, Fox Searchlight Pictures, Fox Studios Australia, Fox Studios LA, Fox Television Studios, Blue Sky Studios, Shine Group

Internet & Sonstiges: AmericanIdol.com, AskMen, careerone.com.au, CARSguide.com.au, Dow Jones, Fox.com, FoxSports.com, FoxSports.com.au, hulu.com, IGN Entertainment, Milkround, National Rugby League, NDS, News.com.au, News Digital Media, News Outdoor, Scout, Spring Widgets, truelocal.com.au, WhatIfSports

Buch-Verlage: HarperCollins, Zondervan Publishing

 

Abhörskandal: Krise für Murdoch & News Corp

Der Abhörskandal um die britische Boulevard-Zeitung „News of the World“ hat sich mittlerweile zur Krise für die News Corporation, aber auch zur persönlichen Krise für Rupert Murdoch entwickelt. Die „News of the World“ wurde am 10. Juli 2011 eingestellt, nachdem aufflog, dass Mitarbeiter illegal Mobiltelefone von Prominenten, Opfern, Politikern sowie Polizisten abgehört hatten und Bestechungsgelder geflossen waren . Infolge des Abhörskandals kam es zu Rücktritten und Festnahmen und ein ehemaliger Reporter wurde tot aufgefunden. Rupert Murdoch, sein Sohn James (CEO der News Corporation für Europa und Asien) und Rebekah Brooks (ehemalige CEO der „News of the World“) mussten vor einem Untersuchungsausschuss der britischen Regierung aussagen. Für Rupert Murdoch war es nach eigener Aussage der demütigendste Tag seines Lebens. Auch finanziell wirkt sich die Krise negativ auf den Medien-Konzern aus. Auf Drängen der britischen Regierung musste Rupert Murdoch sein Angebot zur Komplett-Übernahme des Pay-TV Senders BSkyB zurückziehen. Die australische Kartell-Behörde ACCC verweigerte ihm die Übernahme von Austar durch FOXTEL. Die Schadensbegrenzung hat bereits Milliarden gekostet. News Corp versucht mit dem Aufkauf eigener Aktien den Kurs zu stabilisieren, der seit Anfang Juli schon um ca. 10 Prozent gefallen ist. Die Spekulationen um einen baldigen Rückzug Rupert Murdochs aus seinem Medien-Unternehmen werden immer lauter.

 

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