Der Kakadu National Park befindet sich in der Umgebung von Darwin im Bundesstaat Northern Territory. Als einer der bekanntesten und faszinierendsten Nationalparks Australiens ist das 19.804 km² große UESCO Weltkulur- sowie Weltnaturerbe ein absolutes Highlight eines jeden Down Under Urlaubs. Circa 160 Kilometer östlich von Darwin erstreckt sich das äußerst artenreiche Naturparadies über rund 200 Kilometer von Norden nach Süden und über 100 Kilometer von Osten nach Westen. Mit sechs unterschiedlichen Landschaftsformationen ist der Kakadu National Park enorm vielseitig und hat für fast jeden Geschmack etwas zu bieten.

Inhaltsverzeichnis

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Wissenswertes

Der Name des Naturschutzgebiets entstand aus der fälschlichen Aussprache des Begriffs ‚Gagudju‘, eine von der indigenen Bevölkerung genutzte Sprache. Schon seit gut 50.000 Jahren leben Aborigines im Kakadu National Park. Sie kreierten über 5.000 Kulturstätten, die auch heute noch bestens erkennbare, viele tausend Jahre alte Felsmalereien enthalten und Aufschluss über die naturverbundene Philosophie der Ureinwohner geben. Vor Ankunft der Europäer lebten circa 2.000 Menschen im Kakadu National Park und bis heute hat sich die Anzahl auf weniger als 350 Einwohner reduziert. 1981 gründete man das mittlerweile von Aborigines verwalteten Naturreservat. In Zusammenarbeit mit dem Department of Climate Change, Energy, the Envoironment and Water (Webseite) versucht man, die einzigartige Fauna und Flora sowie das ausgeprägte Kulturgut der Ureinwohner Australiens zu schützen. Der 1976 verfasste Aborigine Land Rights Act belegt, dass rund die Hälfte des Areals im Besitz der Ureinwohner ist. Am 24. März 2022 wurde fast die Hälfte des Naturschutzgebiets vom Minister für ‚Indigenous Affairs, Ken Wyatt, offiziell an ihre traditionellen Besitzer zurückgegeben. Die andere Hälfte des Gebiets wird ebenfalls von der indigenen Bevölkerung beansprucht. Allerdings kam es bisher noch nicht zu einer Überschreibung der Rechte.

Als man zu Beginn der 1870er im Kakadu National Park die ersten Mineralien fand, wurden rasch mehrere Arbeitscamps errichtet. Hierdurch kamen einige Ureinwohner in Kontakt mit Alkohol und gaben infolgedessen ihre traditionelle Lebensweise auf. Als man schließlich 1953 Uran fand, boomte das Minengeschäft und die Regierung beantragte, das Gebiet zum Uranabbau nutzen zu dürfen. Dass dieses Vorhaben keinen besonders guten Einfluss auf das Leben der hier ansässigen Aborigines hatte, ist wohl nicht verwunderlich. Viele Jahre lang folgten Proteste, bis schließlich im Jahr 2002 die Uranförderung in einer der Uran-reichsten Regionen der Welt eingestellt wurde.

Sehenswürdigkeiten Kakadu National Park

Der Kakadu National Park wird in 7 Regionen unterteilt, die ihre Besonderheiten zu bieten haben:

South Alligator Region

Die South Alligator Region ist besonders bei Anglern und Vogelliebhabern begehrt, da die hier liegenden Mamukala Wetlands diesbezüglich einiges zu bieten haben. Um in das Feuchtgebiet zu gelangen, muss man 7 Kilometer östlich des Alligator River vom Anhem Highway Richtung Süden abbiegen. Hier findet man eine gute Beobachtungsplattform, von der man gerade zwischen September und Oktober besonders viele Vögel sichten kann. Des Weiteren führen zwei interessante Wanderwege durch die Wetlands. Der erste ist je nach Variante 1 bis 3 Kilometer lang (30 Minuten bis 2 Stunden) und vermittelt einen guten Eindruck von der Umgebung. Der 2. Wanderweg (Gungarre Walk) ist ein 3,6 Kilometer umfassender Rundweg, für den man knapp 2 Stunden benötigt und der durch den Monsun-Wald sowie an einem Wasserloch vorbei führt. Außerdem ist es mit einem 4WD in der Trockenzeit möglich, am Two Mile Hole, Four Mile Hole und West Alligator River zu angeln und zu campen.

Jabiru

Jabiru (1.000 Einwohner) ist die Hauptortschaft im Kakadu National Park und versorgt sowohl die Besucher als auch die Anwohner mit dem Nötigsten. Jabiru liegt im Nordosten des Parks und bildet fast genau die Dreiecksspitze, wo der Arnhem Highway mit dem Kakadu Highway aufeinander trifft. In Jabiru gibt es eine Tankstelle, einen Supermarkt, einen Zeitungsladen, eine Post-Filiale, eine Bank, eine Klinik mit Apotheke, Polizei, öffentliche Telefone, eine Bücherei mit Internet, einen Frisör, einen Golfplatz, ein Restaurant, ein Café und eine Bäckerei. Außerdem befindet sich ganz in der Nähe von Jaburi das wirklich empfehlenswerte Bowali Visitor Centre, welches bestens über den Park sowie die Kultur der hier ansässigen Aborigines aufklärt. Der Bowali Walking Track (4 Kilometer in 1 bis 1,5 Stunden) beginnt gegenüber des Gagudju Holiday Inn und endet am Bowali Visitor Centre.

East Alligator Region

Die East Alligator Region grenzt an das östlich liegende Arnhem Land an und ist besonders für seine felsigen Landschaften, Sumpfgebiete, uralte Aborigine Felsmalereien sowie den East Alligator River bekannt. 35 Kilometer nordöstlich von Jabiru befindet sich der Ubirr Rock, an dem bestens erhaltene Malereien zu bestaunen sind. Wer die Felsen-Kunst genauer betrachten möchte, kann sowohl den 1 Kilometer umfassenden Rundweg gehen als auch die 500 Meter lange Wanderung auf einen Felsen unternehmen, von dem man eine gute Aussicht auf die Nardab Flood Plain hat. Aber auch der an Sandsteinformationen vorbeiführende Bardedjilidji Walk (2,5 Kilometer in 2 Stunden), der Sandstone and River Walk entlang des Catfish Creek, der Billabongs, Flood Plains, Sandsteinklippen und des East Alligator River (6,5 Kilometer Rundweg in 4 Stunden / leicht) sowie der Manngarre Walk durch den Monsun Regenwald (1,5 Kilometer Rundweg in 1 Stunde) sind zweifelsohne Höhepunkte der East Alligator Region. Einige Touristen entscheiden sich dazu, an einer Bootstour auf dem East Alligator River teilzunehmen und sich die gigantischen Salzwasserkrokodile von Nahem anzuschauen.

Übrigens: Ein Großteil des Films Crocodile Dundee wurde in dieser Region gedreht.

Nourlangie Region

Die Nourlangie Region charakterisiert sich durch seine ausgezeichneten Felsen-Kunstwerke, den Anbangbang Billabong sowie die Aussichten des bekannten Nourlangie Rock. Die Abzweigung nach Nourlangie befindet sich 19  Kilometer südlich vom Bowali Visitor Centre am Kakadu Highway. Der 1,5  Kilometer lange Rundweg führt an uralten Gemälden der Aborigines vorbei, welche einen immensen Aufschluss über die Kultur der Ureinwohner geben. Der 1,2  Kilometer umfassende Nawurlandja Lookout Walk mit kleinem Aufstieg leitet zu verschiedenen Aussichtspunkten, von denen man eine gute Sicht auf den Anbangbang Billabong hat. Hingegen verläuft der Nanguluwur Art Site Walk (3,4 Kilometer) durch die Savannah Woodlands zur Nordseite des Nourlangie Rock, wo eindrucksvolle Gemälde zu besichtigen sind. Zudem gibt es noch den Gubara Walk durch die Woodlands (63,4 Kilometer in 4 Stunden / leicht), den Bubba Walk von der Muirella Park Camping Area durch die Wetlands (3,5 Kilometer in 2 Stunden  / Rundweg), den 30 Kilometer südlich vom Bowali Visitor Centre beginnenden Mirrai Lookout Walk zur Spitze des Mount Cahill (3,6 Kilometer in 1,5 Stunden / mittelschwer) sowie den längeren Barrk Walk, der durch die Sandsteinlandschaft führt und die Nanguluwur Fels-Kunstwerke passiert (12 Kilometer in 6 bis 8 Stunden / schwierig).

Yellow Water Region

Die Yellow Water Region ist Teil der South Alligator River Floodplain und bekannt für seine wunderschönen Wetlands (Feuchtgebiete). Boot-Touren und Besichtigungen der Tierwelt sind hier besonders in der Trockenzeit sehr beliebte Unternehmungen. Ein Fußweg (1,8 Kilometer) entlang des Flusses führt zu einer Beobachtungsplattform in den Wetlands. Das Warradjan Cultural Centre nahe Yellow Water informiert ausgiebig über die im Kakadu National Park bestehende Aborigine-Kultur. Etwas südlich kann man den am Mardugal Campingplatz beginnenden Mardugal Billabong Walk gehen (1 Kilometer), der entlang des Mardugal Billabong führt. Der Gungardun Walk ist ein 2 Kilometer umfassender Rundweg, der durch die tropische Savannah verläuft. Nach Yellow Water gelangt man über den Kakadu Highway sowie über eine ausgeschilderte Nebenstraße, die nach Nordwesten abbiegt.

Jim Jim Falls & Twin Falls Region

Die Jim Jim Falls und Twin Falls Region ist sicherlich eine der bekanntesten Gebiete im Kakadu National Park. Dies liegt wohl auch an dem wunderschönen Jim Jim Plunge Pool mit den beeindruckenden, 150 Meter hohen Jim Jim Falls, die man über einen kurzen Wanderweg (1 Kilometer) vom Parkplatz aus erreicht. Obwohl der Pool als sicher gilt, sind dennoch Krokodil-Warnschilder aufgestellt, da man hier schon das ein oder andere Saltie (Salzwasserkrokodil) gesichtet hat. Die Jim Jim Falls sind während der Trockenzeit oftmals wasserlos. Ganz in der Nähe kann man den 1 Kilometer langen Budjmi Lookout Walk unternehmen, der an der Jim Jim Camping Area beginnt und auf einen Felsen führt, von dem man die Klippen des Arnhem Land sehen kann.

Der Barrkmalam Walk (6 Kilometer in 3 bis 4 Stunden / schwierig) verläuft vom Jim Jim Plunge Pool Walk durch die Sandsteinlandschaft. 10 Kilometer südwestlich von den Jim Jim Falls entfernt befinden sich die Twin Falls. Der Twin Falls Pool mit seinem hübschen Wasserfall und weißen Sandstrand lädt geradewegs zum Schwimmen ein, was man aufgrund von Salzwasserkrokodilen jedoch unterlassen sollte. Der Twin Falls Plateau Trail (6 Kilometer in 3 bis 4 Stunden / schwierig) führt die Felsen des Twin Falls hoch und bieten von dort sehr schöne Aussichten. In der Jim Jim Falls und Twin Falls Region sind Landschaftsflüge bei einigen Touristen besonders begehrt. Um die beliebten Wasserfälle Jim Jim Falls und Twin Falls zu erreichen, benötigt man ein 4WD. Zu den Jim Jim Falls gelangt man über die Abfahrt vom Kakadu Highway, 43 Kilometer südlich des Bolawi Visitor Centre, und fährt von hier 60 Kilometer auf einen Allrad-Track.

Mary River Region

Die Mary River Region bietet tolle Busch-Wanderungen, Wasserfälle und Wasser-Pools. Besonders beliebt in diesem Gebiet sind die Gunlom Falls mit dem hübschen Gunlom Plunge Pool. Ein Campingplatz befindet sich ganz in der Nähe und ein 2 Kilometer langer Wanderweg führt zur Spitze des Wasserfalls, wo es ein paar sichere Pools zum Schwimmen gibt. Die Yurmikmik Walks sind unterschiedliche Wege, die einen guten Eindruck über die Landschaft im Kakadu National Park vermitteln. Zu nennen wären der Boulder Creek Walk (2 Kilometer), der Yurmikmik Lookout Walk (5 Kilometer), der Motor Car Falls (7,5 Kilometer) und der Kurrundie Creek Walk (11 Kilometer).

Fauna & Flora

Sowohl die vier Flussysteme (East Alligator River, West Alligator River, South Alligator River, Wildman River) als auch die sechs verschiedenen Landschaftsformationen (Meeresarme, Watts, Tiefebenen, bergiges Land, Ausläufer, Berge, Täler, Talauen) tragen sicherlich einen großen Teil zur Vielfältigkeit der hiesigen Flora und Fauna bei. Im Kakadu National Park existieren knapp 1.700 Pflanzenarten (Eukalyptus, Teebäume, Wasserlilien, Seerosen, Lotusblumen, Mangroven, Regenbogenpflanzen etc.) fast 300 Vogelarten (Lorikeets, Rotbrillentauben, Hooded-Sittiche, Spitzschwanzamadinen, Maskenamadinen etc.), über 60 Säugetierarten (Kängurus, Dingos, Flughunde, Dugongs, Zwergbeutelmarder, Wasserbüffel etc.), rund 120 Reptilienarten (Salzwasserkrokodile, Süßwasserkrokodile, Braunschlangen, Echsen, Frösche etc.) mehr als 50 Süßwasserfischarten (Barramundi, Black Jewfish, Spanish Mackerel, Golden Snapper etc.) und weit über 10.000 verschiedenartige Insekten (zum Beispiel: Käfer, Schmetterlinge, Bienen, Wespen, Stechmücken, Libellen etc.). Seit der Einführung des Wasserbüffels, Wildschweins und der Aga Kröte wurde das ökologische Gleichgewicht im Kakadu National Park negativ beeinflusst und die Bestände einiger Spezies gingen rapide zurück. Aber auch die Verbreitung eingeführter Gräser stellt nach wie vor eine Bedrohung der Flora und Fauna des gesamten Ökosystems dar, selbst wenn man mit allen Mitteln versucht, den verursachten Schaden bestmöglich zu beheben.

Klima

Der Kakadu National Park liegt zwischen dem 12. und 14. Breitengrad südlich des Äquators und ist somit dem tropischen Klima zuzuordnen. Aus diesem Grund werden die hier existenten Jahreszeiten in Trockenzeit und Regenzeit aufgeteilt. Die Trockenzeit (Mai bis Oktober) wird von einem niederschlagsarmen Klima mit recht niedriger Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 30 °C geprägt. Die Feuchtigkeitsgebiete trocknen aus, weshalb sich zu dieser Zeit viele Krokodile, Vögel und andere interessante Tiere gut beobachten lassen. Kurz bevor die Regenzeit beziehungsweise der Monsun so richtig einsetzt, steigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit zunehmend an, was gewaltige Gewitter-Stürme zur Folge hat. Während dieser Übergangsperiode (Mitte Oktober bis Ende Dezember) sind Temperaturen von 40 °C und eine Luftfeuchtigkeit von über 90 % keine Seltenheit. In der Regenzeit (November bis April) prägen hohe Temperaturen, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit sowie starke Niederschläge das Klima im Kakadu National Park. Der enorme Regenfall und die damit einhergehenden Überschwemmungen lassen die Natur in Kürze so richtig aufblühen.

Laut den Aborigines ist das Klima im Kakadu National Park in 6 Jahreszeiten einzugliedern:

Kakadu National Park Pass & Campingplätze

Um den Nationalpark besichtigen zu dürfen, benötigt man eine Genehmigung (Kakadu National Park Pass). Lediglich Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren sowie die Einwohner des Bundesstaates Northern Territory dürfen den Park vergünstigt oder kostenfrei betreten. Der Pass kostet je nach Saison 25 AUD oder 40 AUD für eine erwachsene Person und berechtigt seinen Besitzer dazu, 7 Tage lang im Park zu verweilen.

Im Kakadu National Park gibt es einige Campingplätze, die verschiedenartig zu klassifizieren sind:

Hinweis: Nicht auf allen Campingplätzen ist das Trinken von Alkohol gestattet. Aus diesem Grund sollte man sich in Voraus über die Bedingungen des entsprechenden Campingplatzes erkundigen. Kostenlose Bush Camps gibt es in der South Alligator Region am Two Mile Hole, Four Mile Hole, Red Lily Billabong, Bucket Billabong und am Alligator Billabong. Weitere kostenpflichtige Bush Camps findet man in regelmäßigen Abständen über den ganzen Park verteilt.

Hilfreiche Infos zum Kakadu National Park

An- & Weiterreise

In den Kakadu National Park gelangt man ausschließlich mit einem Mietwagen, einem eigenen Fahrzeug oder einer Tour. Die Anfahrt geschieht entweder über den Arnhem Highway (Abfahrt befindet sich 35 Kilometer südöstlich von Darwin am Stuart Highway) oder über den Kakadu Highway (Abfahrt befindet sich bei Pine Creek, 91 Kilometer nordwestlich von Katherine am Stuart Highway). Von diesen in den Park führenden Hauptstraßen gehen einige kleine Nebenstraßen und 4WD Tracks zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten ab. Die meisten Attraktionen befinden sich jedoch um den Kakadu Highway herum. Viele Straßen sind während der Regenzeit jedoch nicht befahrbar. Mehr Informationen diesbezüglich findet man in den entsprechenden Abschnitten über die Regionen des Kakadu National Park. Eine weitere Option in den Park zu gelangen, ist über die Straße aus dem Arnhem Land, die zum Cahill’s Crossing am East Alligator River verläuft.

Touristeninformation

Das Tourism Top End Besucherzentrum in Darwin (6 Bennett Street) sowie das Bowali Visitor Centre bei Jabiru (Kakadu Highway) erteilen Auskünfte über die Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten im Kakadu Nationl Park. Des Weiteren erhält man hier hilfreiche Broschüren über die gesamte Region.

Weitere Informationen

Der Hauptort Jabiru ist bestens auf den Tourismus eingestellt. Von Tankstellen bis hin zu einem Supermarkt findet man hier alles, was man in einem Nationalpark eigentlich nicht erwarten würde. Verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in regelmäßigen Abständen ebenfalls im Kakadu National Park.

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