Das Arnhem Land befindet sich in der Mitte der australischen Nordküste, in der Umgebung von Darwin (Northern Territory) und grenzt direkt an den bekannten Kakadu National Park an. Der nördliche Teil des Arnhem Land wird von der Arafura Sea umgeben, während der Gulf of Carpentaria den Osten umschließt. Das Arnhem Land ist für seine unberührten Küstenabschnitte, verlassene Inseln, wilde Natur, weite Sumpflandschaften, authentische Aborigine-Kunst, eine traditionelle indigene Lebensweise, abgelegene Siedlungen sowie für ausgezeichnete Angel-Plätze landesweit bekannt.

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Wissenswertes

Mit gerade einmal knapp 17.000 Einwohnern und einer Fläche von über 97.000 km² ist das Arnhem Land eine sehr isolierte Region im tropischen Norden des 5. Kontinents, die nur von wenigen Besuchern ausgiebig erkundet wird. 1931 wurde das Arnhem Land zum Aboriginal Reserve ernannt und stellt somit das größte indigen verwaltete Gebiet Australiens dar. Das gut 500 Kilometer von Darwin entfernte Areal wurde übrigens nach dem holländischen Schiff Arnhem benannt, mit dem der Entdecker Matthew Flinders 1623 die Küste erkundete.

Um die Traditionen, Bräuche und heiligen Stätten der überwiegend vertretenen Yolngu Aborigines zu schützen, benötigen Touristen zum Durchqueren des Arnhem Land eine spezielle Genehmigung (auf Englisch: Permit). Bestimmte Regionen sind für Weiße überhaupt nicht zugänglich. Hält man sich nicht an die hier geltenden Regeln, wie beispielsweise das Fernhalten von heiligen Stätten oder den Erwerb einer Genehmigung, so drohen hohe Geldstrafen von bis zu 20.000 AUD. Permits müssen beim Northern Land Council (Webseite / Flinders Street in Jabiru) beantragt werden, der zudem Auskünfte über passende Unterkünfte erteilt. Je nach Genehmigungsausstellung sollten mindestens 10 Tage eingeplant werden. Wer sich dazu entscheidet, den abenteuerlichen Teil Nordaustraliens zu erforschen, sollte dies in der Trockenzeit (April bis September) tun, da ansonsten viele Straßen nicht passierbar sind. Einige Besucher nehmen an einer Tour teil, da die Organisatoren sich sowohl um die verschiedenen Genehmigungen als auch um die nicht sehr zahlreichen Unterkünfte kümmern.

Auch das Thema Aborigine-Kunst spielt im Arnhem Land eine große Rolle. So sind die charakteristischen ‚Bark Paintings‘ (Gemälde auf Baumrinde) der Yirrkala Community bei Nhulunbuy international bekannt. Aber auch das weltweit beliebte Blasinstrument Didgeridoo stammt hierher. Ferner spielt die Felsmalerei in der Region eine wichtige Rolle. Bestens erhaltene Exemplare sind auch heute noch an dem sich zur Grenze des Arnhem Land befindenden Ubirr Rock (Kakadu National Park) sowie am Injalak Hill (Oenpelli) zu bestaunen. Interessant hierbei sind auch die von den Ureinwohnern festgehaltenen modernen Einflüsse der weißen Siedler, die in Form von Gewehren, Flugzeugen und Schiffen an den Felswänden wiederzuerkennen sind.

Sehenswürdigkeiten Arnhem Land

Gunbalanya (ehemals Oenpelli) hat circa 1.100 Einwohner und befindet sich 13 Kilometer entfernt vom Border Store im Kakadu National Park. Um dort hinzugelangen und die Reise ins Arnhem Land zu beginnen, muss man bei Ebbe den East Alligator River am Cahill’s Crossing überqueren. Das in Oenpelli gelegene Injalak Arts and Craft Centre verkauft verschiedene Aborigine-Kunstwerke, die oftmals direkt vor Ort angefertigt werden. Von hier aus ist es dann auch nicht mehr weit bis zu den ersten Felsmalereien. Der hinter dem Kulturcenter gelegene Injalak Hill sowie weitere Felskunststätten können in einer Gruppenführung ausgiebig besichtigt werden. Die Genehmigung für Injalak wird in der Regel direkt vom Northern Land Council ausgestellt.

Ein weiteres Highlight im Arnhem Land ist die für seine weißen Strände, das türkisfarbene Meer sowie die perfekten Angelbedingungen bekannte Coburg Peninsula mit dem Garig Gunak Barlu National Park. Viele Besucher nehmen hier an Angeltouren teil oder chartern ein Boot, um einen Red Emperor, Barramundi, Mangrove Jack, Giant Trevally, Cobia, Coral Trout, Queenfish oder eine Spanish Mackerel zu angeln. Vom Schwimmen im Meer wird jedoch abgeraten, da hier immer wieder Salzwasserkrokodile gesichtet werden. Die abgelegene Gegend im Nord-Westen des Arnhem Land ist mit einem 4WD von Jabiru im Kakadu National Park (ca. 300 Kilometer) oder via 30-minütigen Charterflug von Darwin zu erreichen. Während der Regenzeit (Oktober bis März) sind die Straßen nicht passierbar und man kann die Coburg Peninsula nur mit einem Boot oder Flugzeug ansteuern. Der Weg vom East Alligator River bis nach Black Point beträgt ungefähr 270 Kilometer. Die Ranger Station bei Black Point informiert Touristen über die Gegend und verkauft zudem ein paar nützliche Dinge für den Alltag. Im Garig Gunak Barlu National Park gibt es zwei kostenpflichtige Campingplätze, die mit Duschen, Toiletten und Feuerstellen ausgestattet sind. Besucher, die lieber in einem Zimmer schlafen, können auch in ein Resort einbuchen. Um die Coburg Peninsula bzw. den Garig Gunak Barlu National Park zu besuchen, benötigt man zwei Genehmigungen: 1. Die im Northern Land Council ausgestellte Permit zum Passieren des Aborigine-Landes 2. Die von Parks and Wildlife Commission erteilte Genehmigung zum Übernachten im Nationalpark.

Die Gove Peninsula befindet sich im isolierten Nord-Westen des Arnhem Land. Die größte Siedlung der Region ist Nhulunbuy (ca. 3.300 Einwohner), in der Anfang der 1960ern eine Bauxite Mine zum Abbau des begehrten Aluminium-Erzes sowie ein Tiefseehafen errichtet wurde. Des Weiteren kann man in Nhulunbuy der Nambara Arts and Craft Aboriginal Gallery (Melville Bay Road) einen Besuch abstatten oder das interessante Buku Larrnggay Mulka Art Centre and Museum im nahegelegenen Yirrkala (ca. 20 Kilometer) besichtigen. Um in den Osten des Arnhem Land zu gelangen, nimmt man in der Trockenzeit die vom Stuart Highway abgehende Central Arnhem Road (ca. 52 Kilometer südlich von Katherine) und folgt der nicht asphaltierten Straße für 722 Kilometer. Die beim Northern Land Council einzuholende Genehmigung für die Central Arnhem Road ist übrigens nur 24 Stunden gültig, weshalb man für die Fahrt keinesfalls mehr Zeit als einen Tag einplanen sollte. Die Dhimurru Aboriginal Corporation (Webseite) hingegen erteilt Permits für diverse Erholungsgebiete im östlichen Arnhem Land. Wer den deutlich schnelleren Luftweg bevorzugt, kann von Darwin und Cairns mit Qantas oder von Darwin mit Airnorth täglich nach Gove fliegen. Von Gove werden dann Shuttle-Busse nach Nhulunbuy zur Verfügung gestellt. Weitere sehenswerte Orte auf der Gove Peninsula sind Baringura (Little Bondi) mit der Daliwoi Bay, dem Turtle Beach und dem Macassan Beach, Gayngaru mit seinem großen Sumpfgebiet, Cape Arnhem mit seinen endlosen weißen Sandstränden sowie die von Gove Harbour erreichbaren Inselgruppen Wessel Islands, Bromby Islets, English Company Islands und Elizabeth Bay.

Hilfreiche Infos über das Arnhem Land

An- & Weiterreise

Ins Arnhem Land gelangt man mit einem Fahrzeug auf dem Landweg vom Kakadu National Park beziehungsweise dem Stuart Highway aus (südlich von Katherine) oder per Flugzeug von Cairns und Darwin. Wie man genau zu welcher Destination kommt, erfährt man unter den relevanten Abschnitten der entsprechenden Orte und Regionen.

Touristeninformation

Im Arnhem Land selber befindet sich das Nhulunbuy Visitor Information Centre (19 Westal Street). Bei den nächsten Touristeninformationen handelt es sich um das Katherine Visitor Information Centre (Ecke Lindsay Street und Stuart Highway), das Tourism Top End Besucherzentrum in Darwin Visitor (6 Bennett Street) sowie das Bowali Visitor Information Centre im Kakadu National Park (Kakadu Highawy in Jabiru).

Weitere Infos über das Arnhem Land

Es empfiehlt sich, einige Vorräte in Darwin oder Katherine aufzustocken, da hier die einzigen Möglichkeiten existieren, umfassend und günstig zu einzukaufen. Aber auch Tankstellen sind im Arnhem Land nicht gerade der Regelfall. Lediglich am Mainoru Store, am Gulin Gulin Store in Bulman sowie in Nhulunbuy kann man seinen Tank an der 722 Kilometer langen Central Arnhem Road auffüllen. Auf der Straße vom Kakadu National Park zur Coburg Peninsula gibt es keine Tankstellen. Daher ist es ratsam, in Jabiru nochmals zu tanken.

Wichtig: Über die strengen Restriktionen bezüglich der Alkohol-Einfuhr ins Arnhem Land kann man sich sowohl bei der Dhimurru Aboriginal Corporation als auch beim Northern Land Council erkundigen. Hält man sich nicht an die ernst zu nehmenden Vorschriften, können hohe Strafen anfallen.

Bildergalerie: Tolle Eindrücke aller Highlights

Erste Eindrücke im Video

Arnhem-Land-Salzwasserkrokodil

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