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Leben Australien: Die wichtigsten Unterschiede zu Deutschland

Das Leben in Australien unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem in Deutschland, der Schweiz oder Österreich, obwohl Down Under stark von der europäischen Kultur geprägt wurde. Die Landessprache ist Englisch, die australischen Großstädte sind sauber und modern, die Küche ist recht britisch und die ganze Nation begeistert sich für Sport. Worin liegt aber nun der essentielle Unterschied zu der uns so vertrauten Lebensweise? Eines ist klar: Die Philosophie des „Easy Living“ beherrschen die Aussies wie keine zweite Nation.

 

Kürze Übersicht

Zweifelsohne konnte sich im Laufe der Jahre hierzulande eine eigene Kultur entwickeln, die sich immer mehr von ihren britischen Wurzeln löst. Ein Grund dafür ist sicherlich die Multikulturalität, die das Leben in Australien so vielfältig und bunt gestaltet. Gerade der asiatische Einfluss ist in den Metropolen unverkennbar. Heutzutage ist die asiatische Küche aus keiner Stadt und aus keinem Supermarktsortiment mehr wegzudenken. Aber auch Italien, Griechenland, Libanon oder Indien haben auf den australischen Alltag einen großen Einfluss. Bis heute ist Down Under das Land für viele Auswanderer verschiedenster Nationen schlechthin.

Australien ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde, wobei über 92 % der Bevölkerung in den Metropolen des Landes leben. Dadurch ist es sehr einfach, dem Großstadtleben zu entkommen und die einzigartige Schönheit der Natur zu genießen. Aufgrund der Tatsache, dass fast überall in Down Under die Sonne scheint und die Temperaturen meist zwischen 20 und 30 Grad liegen, spielt sich das Leben in Australien hauptsächlich draußen ab. Egal ob BBQ im Park, verschiedene Sportaktivitäten oder ein Getränk im Sraßencafé um die Ecke, der Alltag auf dem 5. Kontinent ist dafür ausgerichtet, das gute Wetter stets genießen zu können. Aber auch das Strandleben ist ein prägender Faktor, der die Lebensqualität hierzulande ausschlaggebend charakterisiert.

 

Zahlen & Fakten

  • Es gibt rund eine halbe Millionen Aborigines, wovon ca. ¾ in den Städten leben.
  • Obwohl der rote Kontinent 21 Mal größer ist als Deutschland, leben hier nur 25 Millionen Menschen. Das sind gerade einmal 3 Einwohnern pro km² (Vergleich zu Deutschland: 229 Einwohner pro km²).
  • Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner beträgt ca. $ 48.000.
  • Die Staatsform ist eine Parlamentarische Monarchie und das Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II.
  • 92 % der Bevölkerung sind europäischer, 7 % asiatischer und 2,5 % indigener Abstammung.
  • Die Arbeitslosenquote liegt meist deutlich unter der in Europa, das Wirtschaftswachstum ist äußerst stark und das allgemeine Preisniveau ist recht hoch (das Einkommen jedoch auch).
  • Das Leben in Australien zeichnet sich durch eine überdurchschnittlich hohe Qualität aus, wie sie fast nirgends in der Welt zu finden ist.
 

Alle Unterschiede im Überblick

Wie bereits angedeutet, wurde Australien stark dadurch geprägt, dass der Kontinent seit seiner europäischen Entdeckung durch James Cook im Jahr 1770 für lange Zeit als Kolonie zu Großbritannien gehörte und auch danach noch unter dem Einfluss der Krone stand. Gleichsam jedoch bildeten sich durch die größere Einbeziehung der Aborigines und die Einflüsse von Einwanderern aus anderen Nationen mit der Zeit immer stärkere kulturelle Unterschiede zur einstigen Kolonialmacht heraus – nochmals verstärkt seit 1986, als Großbritannien durch den „Australia Act“ auch die letzten Ansprüche abgab.

Heute zeigt sich das Leben in Australien deshalb als faszinierender und vor allem einzigartiger Mix, der sich an vielen Stellen in entscheidender Weise vom Leben in Deutschland unterscheidet und für viele den ausschlaggebenden Reiz zum Auswandern darstellt. Wir zeigen Ihnen nun einige der wichtigsten Punkte zwischen dem Leben in Australien und dem Leben in Deutschland.

 

Die vielen Ethnien in Australien

Deutschland wurde in den vergangenen Jahrzehnten erst relativ spät zu einem Einwanderungsland – eine Geschichte, die überhaupt erst in nennenswerter Form mit dem Eintreffen der ersten Gastarbeiter aus dem Ausland Mitte der 1950er Jahre begann. In Australien herrscht das genaue Gegenteil vor: Der fünfte Kontinent ist bereits seit 1770 ein Einwanderungsland.

Einen wichtigen Marker in dieser Geschichte stellt die Tatsache dar, dass Australien zwischen den späten 1700ern und den späten 1860ern von Großbritannien (auch) als Sträflingskolonie genutzt wurde. Das heißt, Kriminelle (ein damals sehr breit ausgelegter Begriff) von den britischen Inseln sowie Irland wurden zur Strafe per Schiff auf den fünften Kontinent verbannt.

Doch auch wenn viele heutige Australier nicht ganz ohne Stolz auf diese Wurzeln zurückblicken (die auch einen wichtigen Beitrag zum Selbstverständnis der „Digger“ leisteten), wanderten von Anfang an auch andere Personen ein. Beispielsweise Soldaten und Verwaltungsbeamte um dort zu arbeiten.

Zudem zog der gigantische und lange Zeit kaum tiefer entdeckte Kontinent ebenfalls schon seit seinen kolonialen Frühtagen viele weitere Siedler an, die nach Australien auswanderten und ihr Glück suchten – nicht nur aus Großbritannien, sondern buchstäblich aus „aller Herren Länder“.

Wenn Sie heute nach Australien auswandern, finden Sie deshalb ein Land vor, in dem Menschen aus rund 200 Nationen leben (ca. 25 Prozent der Australier wurden nicht dort geboren). Das bedeutet auch, dass es in Australien einen weitaus vielschichtiger gelagerten Konsens darüber gibt, was einen „echten Australier“ ausmacht: Für die meisten bedeutet es primär, jene berühmte Kultur des „Mateship“ zu leben, also einen klassenlosen Zusammenhalt zu pflegen – ein kultureller Gedanke, bei dem die einst scharf entlang von Klassenunterschieden aufgebaute Gesellschaft Großbritanniens den Australiern sicherlich als Negativbeispiel diente.

Letztendlich bedeutet auswandern nach Australien deshalb für (viele) Deutsche, auch lernen zu müssen, alles entspannter zu betrachten und viele Denkmuster abzulegen, die auf Statussymbolen, beruflichem Prestige usw. basieren. Für die meisten Australier ist derjenige ein Mate, der freundlich, offen, kumpelhaft, ein guter Nachbar ist – egal welcher Arbeit er nachgeht, wie viel er auf dem Konto hat usw.

Übrigens: Gewöhnen Sie sich daran, dass die Ansprache mit dem Vornamen in Australien Gang und Gäbe ist und dass das Herausstellen von Titeln sich an keiner nicht sonderlich großen Popularität erfreut.

 

Andere Regeln & Gesetze

Ach wenn Australien seit über 30 Jahren eine in jeglicher Hinsicht eigenständige Nation ist, so lässt sich doch an vielen Punkten nicht verbergen, wie stark der britische Einfluss nach wie vor ist. Das gilt auch für die Gesetze und Regularien „down under“. Beispielsweise ähneln weite Teile von Polizei und Gerichtsbarkeit immer noch dem britischen System; das geht sogar so weit, dass der normale Schutzpolizist als „Constable“ angesprochen wird und Richter teilweise nach wie vor kunstvolle Perücken („Wigs“) tragen.

Die wichtigsten weiteren Unterschiede zu Deutschland:

  • Generell werden Verstöße gegen das Gesetz strenger geahndet als bei uns.
  • Gab es bei einem Autounfall Verletzte, muss grundsätzlich die Polizei hinzugezogen werden.
  • Alkohol wird generell nur ab 18 verkauft, nicht wie bei uns, wo ein Unterschied zwischen Branntwein und Bier/Wein/Sekt gemacht wird.
  • Ähnlich wie in vielen Bundesstaaten der USA ist in Australien der öffentliche Konsum von Alkohol per Gesetz strengstens untersagt und mit empfindlichen Bußgeldern belegt.
  • Wer in einer Verbotszone raucht, muss selbst bei Erstvergehen mit Strafen von bis zu 10.000 AUD rechnen.
  • Auf allem, was zwei Räder hat, herrscht Helmpflicht – auch auf Fahrrädern.
  • Die Waffengesetze sind wesentlich strenger, vor allem was Messer anbelangt. Wichtig: Das erstreckt sich vielfach auch auf vergleichsweise harmlose Taschenmesser!

Bitte beachten Sie zudem, dass Sie zur Beantragung eines Visums für Australien, das über das normale Besuchervisum (600) hinausgeht, auch etwaige Vorstrafen angeben müssen. Sind solche vorhanden, obliegt es dem Ermessen der Beamten, es abzulehnen.

 

Geld & Finanzen

Der australische Dollar ist etwas schwächer als der Euro. Aktuell beträgt der Wechselkurs Euro/AUD 1:1,62. Doch auch jenseits dieser Tatsache gibt es rings um das Thema Finanzen noch mehr, das Sie wissen sollten.

Der wichtigste Punkt: Die Steuerbelastung. Deutschland zählt zur Weltspitze, was die Pro-Kopf Besteuerung anbelangt. 2019 musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer hier 49,4 Prozent seines Bruttolohns in Form von Steuern abführen. Im gleichen Jahr waren es in Australien nur 27,9 Prozent – das liegt weitestgehend daran, dass dort a) die Krankenversicherung nicht personenbezogen abgebucht wird, b) die Einzahlung in die Rentenversicherung in Australien gänzlich vom Arbeitgeber mit neun Prozent des Jahresbruttogehalts geleistet wird und c) auch keine Abgabe für die Arbeitslosenversicherung anfällt. Diese sowie die Krankenversicherung werden in Down Under von allgemeinen Steuermitteln finanziert.

Ferner:

  • Das in Deutschland übliche Prinzip der Bewertung durch Scoring über die Schufa bzw. andere Auskunfteien existiert zwar in ähnlicher Form auch in Australien. Dort allerdings gibt es keine so überproportional bedeutsame Auskunftei wie die Schufa, sondern der Markt wird relativ gleichbedeutend unter mehreren Unternehmen aufgeteilt.
  • Die Australier sind weit stärker dem elektronischen Zahlen zugetan. Rund zwei Drittel aller Transaktionen dort werden per Karte getätigt, wohingegen es bei uns nur die Hälfte sind.
  • Seit Sommer 2019 gilt in Australien eine Bargelddeckelung: seitdem dürfen keine Waren und Dienstleistungen über einem Wert von 9.999 AUD mehr mit Bargeld bezahlt werden, sondern müssen zwangsweise per Scheck oder Karte über ein Konto erfolgen; in Deutschland wird ein derartiges Prinzip zwar schon länger diskutiert, jedoch bislang nicht gesetzlich verankert.
  • In Deutschland gibt es keine allgemeingültige Pflicht, eine Steuererklärung abzugeben – ungleich zu Australien. Dort gibt es sogar Strafen, wenn die Erklärung nicht zwischen 1. Juli und 31. Oktober eingereicht wird.

Allerdings müssen Sie auch beachten, dass das allgemeine Preisniveau auf dem fünften Kontinent höher ist als bei uns. Das bedeutet, insbesondere die Einsparungen bei den Steuern wirken sich nicht so dramatisch auf Menschen aus, die in Australien leben und arbeiten, wie Sie vielleicht jetzt annehmen.

 

Krankenversicherung & Ärzte

Leben in Australien bedeutet natürlich auch, ab und zu einen Arzt zu benötigen. Ein zentraler Punkt dabei wurde bereits aufgezählt: Die Krankenversicherung dort wird gänzlich aus den allgemeinen Steuermitteln finanziert; sie trägt übrigens den Namen „Medicare“. Dadurch liegt die persönliche Steuerbelastung für die gesundheitliche Absicherung bei etwa 1,5 Prozent (in Deutschland sind es acht Prozent).

Dabei zeigen sich auch im australischen Gesundheitssystem stark die britischen Wurzeln: Die Systeme beider Länder ähneln sich in vielerlei Hinsicht, allerdings vertreten die meisten Experten die Ansicht, dass das australische System besser ist. Die wichtigsten Unterschiede zu Deutschland sind:

  • Es gibt zwei Klassen von Ärzten. Nur solche, die von Medicare zugelassen sind, werden komplett aus dem System bezahlt. Bei anderen Medizinern müssen Patienten die Kosten zum größten Teil selbst übernehmen und vom eigenen Konto bezahlen – oder sich über eine zusätzliche Versicherung absichern.
  • Rettungswagen werden nicht in allen australischen Bundesstaaten und Territorien von der Versicherung übernommen. Die Preise für einen Einsatz unterteilen sich meist in eine generelle Pauschale sowie einen Kilometerpreis. Viele, die länger in Australien leben, schließen deshalb eine „Ambulance Insurance“ ab, also eine Versicherung, die nur solche Fahrten abdeckt.
  • Die Leistungen von Augen- und Zahnärzten werden von Medicare zu einem noch geringeren Grad übernommen als von den deutschen gesetzlichen Krankenversicherern. Auch hier schließen viele Australier eine Zusatzversicherung ab.

Dagegen werden alle Medikamente, die von einem Arzt verschrieben wurden, zu einem hohen Prozentsatz von Medicare abdeckt. Die Zuzahlung in Apotheken fällt für Sie also dementsprechend weitaus geringer aus als in Deutschland.

 

Die Lebenseinstellung der Aussies

„Der Deutsche lebt, um zu arbeiten“. Dieses Sprichwort dürfte Ihnen vielleicht bekannt sein; es wurde und wird oft als Vergleich zu anderen Ländern herangezogen – nicht nur, wie im ursprünglichen Sprichwort, zu Frankreich bzw. den Franzosen. Und was die generelle „australische Art“ anbelangt, wird der Unterschied auch schnell sichtbar.

Vielerorts werden Sie feststellen, dass die Australier zwar ebenfalls eine leistungsorientierte, arbeitende Gesellschaft wie die unsrige sind. Darüber hinaus jedoch zeigen sich signifikante Unterschiede zu Deutschland: In der Regel sind die meisten Australier entspannter, weniger verbissen, was das Angehen und Bewältigen von Aufgaben und Arbeiten anbelangt. Viele Deutsche heben zudem hervor, dass dort eine ungleich optimistischere und positivere Lebenseinstellung als in Deutschland vorherrsche. Auch wenn in jüngster Zeit auch Kritik laut wird, dass die Work-Life-Balance sich zum Negativen verändert habe. Ein wichtiger Grund dafür sind die je nach Bundesstaat stark gestiegenen Pendeldistanzen.

Um diese australische Art einzuordnen, müssen Sie das inoffizielle Motto kennen: „No worries“ – keine Sorgen. Sie werden es auf dem Kontinent häufig zu sehen und hören bekommen: Es ist ein wichtiger Teil des lokalen Slangs, des bereits angesprochenen Mateship und sogar zentraler Bestandteil des lokalen sprachwissenschaftlichen Diskurses.

Hintergrund: Viele Australier leben eine vergleichsweise pragmatische Herangehensweise an Probleme und Herausforderungen, die sich mit „es nicht so eng sehen“ nur unzureichend umschreiben lässt. Für sie gilt eher, dass ein Weg jetzt, in der Gegenwart, brauchbare Lösungen offerieren soll, statt in der Zukunft. Auf viele, die von außerhalb nach Australien kommen, wirkt es wie eine sehr gelungene Gratwanderung, die es schafft, Leistungsbereitschaft und Pünktlichkeit auf eine geradezu spielerisch-lockere Weise zu erlangen. Dies ist übrigens einer der wichtigsten Punkte, warum so viele Menschen aus anderen Ländern Australien und die Australier sehr positiv ansehen.

Für Sie bedeutet das, dass sie an sich arbeiten sollten, um gewisse „typisch deutsche“ Denk- und Handlungsmuster abzuschwächen – denn diese machen Sie zumindest deutlich als „Foreigner“ kenntlich und können teilweise auch dafür sorgen, dass Konflikte entstehen; etwa, weil Sie unbewusst zu förmlich sind oder Kritik zu direkt formulieren.

 

Die spiegelbildlichen Jahreszeiten

Wenn sie in Australien leben möchten, wird dieser Punkt ihnen höchstwahrscheinlich die längste Eingewöhnungsphase auferlegen. Sie kann vielfach Jahre, mitunter sogar Jahrzehnte dauern, je nachdem, wie lange Sie zuvor in Deutschland gelebt haben.

Generell sind die Klimazonen Australiens gänzlich anders ausgeprägt als in Deutschland. Das gilt selbst für das milde Klima im Süden des Kontinents, das sich noch am ehesten mit dem in den mediterranen Gebieten Europas vergleichen lässt. Insgesamt können Sie festhalten, dass Sie sich in klimatischer Hinsicht in Ihrem neuen Leben in Australien umgewöhnen müssen.

Das ist jedoch nicht das Schwierigste. Der kritischste Punkt für viele Auswanderer von der Nordhalbkugel sind die spiegelbildlichen Jahreszeiten. Auch Sie haben es (wahrscheinlich unterbewusst) seit Jahrzehnten verinnerlicht, dass beispielsweise Weihnachten im Winter stattfindet, dass im April und Mai die Bäume blühen und zwischen September und November die Blätter fallen.

Unterschätzen Sie deshalb nicht, wie sehr die australischen Jahreszeiten Ihre innere Uhr aus dem Gleichgewicht bringen oder zumindest verwirren können. Das wird zudem noch dadurch verstärkt, dass viele Dinge, die auch zur australischen kulturellen Norm gehören, von der Lage auf der Nordhalbkugel geprägt wurden: etwa die Verbindung des Weihnachtsfestes mit Schnee, Tannenbäumen oder einem schlittenfahrenden Nikolaus im dicken Wintermantel.

Seien Sie deshalb darauf gefasst, dass sich in dieser Hinsicht auch Jahre nach dem Auswandern vieles noch „irgendwie falsch“ anfühlen wird. Jedoch sollten sie genau deshalb auch möglichst tief in die australische Herangehensweise an die Jahreszeiten eintauchen: etwa das Weihnachtsfest mit Freunden und Familie am Strand verbringen. Das hilft Ihnen dabei, diese neue Normalität schneller zu akzeptieren.

 

Feiern & Barbesuche

PubIn Down Under hat die „Quality Time“ nach Feierabend sowie am Wochenende einen sehr hohen Stellenwert und charaktiriesiert das Leben in Australien bedeutend mit. Wer hart arbeitet, hat dort alles Recht der Welt, es sich danach richtig gutgehen zu lassen – „Work hard, party harder“ ist dort vor allem in jungen Kreisen ein weiteres inoffizielles Motto des Landes.

Abermals finden sich hier eine Menge Unterschiede zu dem, was Sie aus Deutschland kennen:

  • In Pubs, Clubs und anderen Lokalitäten ist es absolut üblich, dass in Gruppen immer reihum ein Mitglied eine Runde für die ganze Gruppe bestellt. Einzelne Bestellungen sind bei den meisten verpönt – auch, weil sie der Bedienung übermäßig viel Zeit am Tisch nehmen.
  • Wenn eine Runde Bier bestellt wird, dann ist der „Jug“ die übliche Maßeinheit – ein großer gläserner Krug, aus dem dann alle Mitfeiernden am Tisch sich bedienen.
  • Speziell Pubs sind keine Orte, in denen „Trübsal geblasen“ wird. Wer hierhin geht, möchte Spaß haben – daher schlägt in den meisten Pubs die Stimmung auch hohe Wellen.
  • Abgrenzung ist beim Feiern verpönt. Auch wenn einzelne Gruppen die Lokalitäten besuchen, gehört Durchmischen (auch gern mit völlig Fremden) zum guten Ton.
  • Musikalisch legen Clubs in Australien einen weit geringeren Wert darauf, „underground“ zu sein beziehungsweise weniger bekannte Musik zu spielen oder solche DJs auftreten zu lassen. Im Gegenteil, die meisten folgen mehr dem Mainstream, spielen deshalb auch verstärkt aktuell angesagte Musik und solche aus den Charts. Übrigens: Die meisten Clubs haben eine sehr restriktive Kleiderordnung, insbesondere für männliche Besucher.
  • Wenn Sie gerne Dosenbier trinken, sollten Sie sich dafür den Begriff „Tinnie“ angewöhnen und nicht von der logisch klingenderen „Can (of beer)“ sprechen.
  • Privatfeiern sind in aller Regel wegen der hohen Alkoholpreise auch unausgesprochen „BYO“ – „Bring your own“. Das heißt, Gäste bringen die alkoholischen Getränke mit, die sie selbst konsumieren.

Ganz wichtig für Clubgänger: Es ist in Australien absolut unüblich, dass Clubnächte zu so extrem später (oder besser früher) Stunde beginnen wie es vor allem in deutschen Großstädten mittlerweile üblich ist. Die meisten Clubs schließen um drei Uhr morgens ihre Pforten.

Übrigens: Wenn Ihnen australisches Bier nicht so zusagt, finden sie in den meisten Liquor Stores zumindest eine grundständige Auswahl an großen deutschen Biermarken.

 

Die absoluten No-Gos

Einige Dinge, die Sie nach dem Auswandern nach Australien vermeiden sollten, haben wir in den zurückliegenden Kapiteln bereits aufgelistet. Allerdings gibt es noch mehr Dinge, die vor allem deshalb gefährlich werden können, weil sie zwischen Deutschland und Australien stark unterschiedlich gehandhabt werden:

  • Wenn Sie in einem Geschäft einen Rucksack oder eine Umhängetasche dabeihaben, gehen Sie bitte nicht durch den Kassenbereich, ohne sie kurz zu öffnen und dem Kassierer vorzuzeigen.
  • So stolz manche Australier auch etwaige Vorfahren anführen, die als Strafgefangene auf den Kontinent kamen, so verpönt ist es, das Thema bei Gesprächen anzuschneiden – die meisten Einheimischen möchten weg vom Klischee der „Strafkolonie“. Ähnlich sollte auch mit dem Thema Aborigines umgegangen werden. Apropos:
  • Aborigines werden in Australien unter gar keinen Umständen(!) als „Abos“ bezeichnet, das ist eine schwere rassistische Beleidigung. Korrekt sind die Begriffe „Aboriginal People“ und „Indigenous People“.
  • In Australien herrscht Wasserknappheit. Langes Duschen, üppiges Rasensprengen und dergleichen sind deshalb ein absolutes Tabu.
  • Auch wenn der Strandabschnitt noch so einsam wirken mag, unbekleidetes Baden ist nur an ausgewiesenen („Clothing optional“) Abschnitten legal. Oberkörperfreies Sonnen hängt von der Lage ab. Halten Sie sich am besten daran, wie es andere Strandgäste handhaben.
  • Und ein letztes Mal zeigt sich etwas britischer Stil beim Leben in Australien: Wenn Sie eine Menschenschlange sehen, stellen Sie sich einfach hinten an. Noch viel stärker als bei uns ist Vordrängeln in Australien verpönt.
 

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