Das Gesundheitssystem in Australien weist einige interessante Besonderheiten auf. Auch wenn der medizinische Standard in Down Under mit dem der westlichen Welt vergleichbar ist, so unterscheidet sich das australische Medicare (staatliche Krankenversicherung) doch in vielerlei Hinsicht von unserem Versicherungssystem. Bekommt man eine permanente Aufenthaltsgenehmigung für Australien, so darf man die Versicherung seines Heimatlandes kündigen und erhält einen Anspruch auf Medicare.

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Informationen & Besonderheiten

Die Kosten der Medicare-Versicherung betragen 1,5% des steuerpflichtigen Einkommens (Vergleich: in Deutschland sind es fast 8%). Bei einem jährlichen Verdienst von über 70.000 AUD steigt der Beitrag auf 2,5%. Hierdurch ist eine soziale Gerechtigkeit bezüglich des Gesundheitssystems in Australien gewährleistet. Lebt man lediglich von Arbeitslosengeld oder der Sozialhilfe, so ist die Medicare-Versorgung kostenfrei. Im Vergleich zu den deutschen Kassenbeiträgen erscheint Medicare äußerst billig, allerdings ist zu beachten, dass die Zahlungsansprüche hier deutlich mehr auseinander gehen.

Beispiel: Die Kosten für einen Allgemeinmediziner (General Practitioner) werden zum Großteil von Medicare übernommen, wohingegen Zahnarzt- oder Augenarztrechnungen nur zu geringeren Teilen subventioniert werden. Aus diesem Grund schließen viele Australier eine zusätzliche Privatversicherung für Augen und Zähne ab (diese verkürzt zudem auch die teilweise sehr langen Wartezeiten) oder verbinden ihren jährlichen Augen- und Zahn-Check mit einem Indonesien-Urlaub. Der Aufenthalt in einem staatlichen Krankenhaus wird meist komplett von Medicare bezahlt, die Behandlung in einer privaten Klinik wiederum nur zum Teil. Des Weiteren ist es entscheidend, ob man von einem von Medicare zugelassenen Arzt behandelt wird und er somit nur die sogenannten ‚MBS Fees‘ (Medicare Benefits Schedule Fees) verlangt oder er zur deutlich teureren Elite gehört.

Besonderheiten von Medicare

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