Die Geschichte Hobarts zeichnet sich unter anderem durch die anfangs brutalen Kämpfe zwischen den britischen Siedlern und den Ureinwohnern Tasmaniens sowie durch das relativ langsame Wachstum der Stadt aus, welches wiederum mit der geografischen Isolation zu begründen wäre. Ein wichtiges Kriterium für die Entwicklung von Hobart war und ist jedoch die Lage der Stadt am zweittiefsten Tiefseehafen der Welt. Unter anderem ist er derzeit ein nicht entbehrbarer Kontakthafen für Marineschiffe verschiedener Länder sowie die letzte Anlaufstelle für australische und französische Schiffe, die sich zur Antarktis begeben. Weiterhin wandelte sich die unter dem Ruf der Strafkolonie leidende Siedlung im Laufe der Zeit in eine recht konservative Gemeinde um, in der Klassendenken von großer Bedeutung war. Die schon immer als Verwaltungszentrum Tasmaniens dienende Metropole kann sich außerdem an immer wieder neuen Zuwanderern erfreuen, da trotz des hohen und gelassenen Lebensstils die Lebenshaltungskosten relativ gering sind. Darüber hinaus werden seit dem 21. Jahrhundert neben dem ständig wachsenden Tourismus auch die Bereiche Kultur und Kunst zunehmend wichtiger.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Geschichte

Die Zeit der Aborigines

Schätzungsweise 35.000 bis mindestens 8.000 Jahre vor der ersten Besiedlung durch die Europäer lebten die teilweise nomadischen Aborigines des Stammes Mouheneener in der Region der heutigen Hauptstadt Tasmaniens. Leider wurden durch den Bau der Stadt zahlreiche Zeugnisse zerstört, weshalb aus dieser frühen Geschichte Hobarts leider nicht viel bekannt ist. Ein paar historische Abfallstätten der Ureinwohner existieren allerdings auch heute noch und man weiß, dass die Mouheneener das Gebiet um den Derwent River als Jagdgrund nutzten. Weiterhin sollen um 1800 zwischen 1.000 und 5.000 Aborigines in der Region gelebt haben, die von den ersten Europäern als besonders gastfreundlich beschrieben wurden.

Entdecker aus dem Westen (1600 - 1800)

Im November 1642 sichteten die Holländer mit dem Schiff Abel Janszoon Tasman das heutige Tasmanien zum ersten Mal. Zu Ehren des Holländers Anthony van Diemen nannten sie die Insel Van Diemen’s Land. Da das Gebiet des heutigen Hobarts ideal war, um Schiffe geschützt abzustellen, Trinkwasser aufzufüllen und die Vorräte aufzustocken, folgten mehrere konkurrierende französische und britische Schiffe, die das andere Ende der Welt erkundeten. Von den Franzosen wurden sogar Gemüsegärten angelegt, die man bei der nächsten Ankunft abernten konnte. Seit 1777 gehört auch der berühmte Kapitän James Cook zu den offiziellen Besuchern der Region. Der Derwent River erhielt seinen Namen übrigens im späten 18. Jahrhundert von dem Engländer John Hayes, der hier Zuflucht suchte. Nach dem Erfolg der 1788 gegründeten Strafkolonie Sydney wuchs das Interesse der Engländer und Franzosen an der Erschließung weiterer Landflächen immer mehr an.

Die erste Besiedlung (ca. 1800 - 1804)

Als George Bass und Matthew Flinders zwischen 1798 und 1799 beim Umsegeln Tasmaniens dann bewiesen, dass es sich bei dem Landareal um eine Insel handelt, mussten sich die Engländer mit der Besiedlung der noch nicht besetzten Insel beeilen. Am 8. September 1803 kam dann das erste von Sydney gesandte Schiff mit mehreren männlichen und weiblichen Strafgefangenen unter der Leitung John Bowens an der Risdon Cove, am Ostufer des Derwent Rivers, an. Dieses Lager diente in der Geschichte der Stadt gleichzeitig als britische Strafkolonie und Verteidigungsposten gegen die französischen Entdecker. Zeitgleich schickte man von England zur Besetzung von Van Diemens Land David Collins los, der am 16. Februar 1804 in der heutigen Region Hobarts ankam. Hiermit war der Grundstein für die zweitälteste Stadt Australiens gelegt. Collins bestimmte am 21. Februar 1804 die endgültige Postion der neuen Siedlung an der Sullivans Cove am Derwent River und wurde zum ersten Gouverneur des Van Diemen’s Lands. Weiterhin legte er den offiziellen Namen der Stadt Hobart Town fest (oftmals auch in der Kurzform als Hobarton bezeichnet), den er zu Ehren des damaligen Kriegs- und Kolonialministers Robert Hobart, 4. Earl of Buckinnhamshire, auswählte.

Black War & Ende der Aborigine-Ära (1804 - 1876)

Am 03. Mai 1804 kam es jedoch zu einer der gewaltsamsten Auseinandersetzungen zwischen den Briten und den Aborigines, die eine sehr schlechte Grundlage für deren zukünftiges Verhältnis war. Als sich beide Gruppen unerwartet bei der Jagd überraschten, entstand ein blutiger Kampf, bei dem mehrere Mouheneener umkamen. Da die Europäer im Laufe der Zeit immer mehr Land in Anspruch nahmen, wurde das Verhältnis zwischen den beiden Kulturen zunehmend angespannter. Bis in die späten 1820er wurden zwischen 5.000 und 9.000 Mouheneener umgebracht, woraufhin es zum Black War (1828 bis 1832) kam. Der Kampf ging sogar so weit, dass im Oktober/November 1830 von etwa 2.000 bewaffneten Briten die sogenannte Black Line gebildet wurde, eine menschliche Kette, die der Vertreibung der Aborigines dienen sollte. Hiermit durchkämmte man die Insel und vertrieb viele der noch lebenden Ureinwohner aus ihrer ursprünglichen Heimat. Eine weitere Ursache für das Umkommen vieler Aborigines in der Geschichte Hobarts waren die neu eingeführten Krankheiten, zu denen Pocken, Grippeviren und Lungenentzündungen zählten. 1842 endeten die grausamen Deportationen dann mit der letzten Vertreibung einer einheimischen Familie auf die Flinders Island. Im Jahr 1847 waren nur noch 44 auf Tasmanien geborene Ureinwohner am Leben und 1876 starb Trugannini, der letzte Vollblut-Aborigine Tasmaniens. Heute sind von den Ahnen nur noch Nachkommen der Frauen übrig, die mit den ehemaligen Wal- und Robbenfängern leiert waren.

Schaffung einer Grundlage (ca. 1800 - 1820)

Die miserablen Voraussetzungen für die neue Siedlung und somit für die weitere Geschichte Hobarts machten den Anfang sehr schwer. Es gab zu wenig Werkzeuge, die Lebensmittel reichten nicht aus, der erste Sommer war unangenehm heiß und trocken, der Winter hingegen sehr nass und kalt. Ab 1806 verbesserte sich die Lage jedoch, da man Felder anlegte, Obstplantagen schuf und sich die Jagd nach Walen sowie Robben als gewinnbringende Einnahmequelle zeigte. Bis 1808 wurde dann die Grundlage der heute ans Zentrum angrenzenden Stadtteile geschaffen. 1810 stellte man beispielsweise den Commissariat’s Store fertig, das älteste noch existierende Gebäude der Stadt. Das schlecht organisierte Hobart Town, dessen damals ungepflegtes und verruchtes Hafenviertel voller Kneipen, Bordelle und Glücksspieler war, erfuhr mit der Ankunft des Gouverneurs Lachlan Macquarie ab 1811 einen Aufschwung. Er ließ das heutige Straßennetz der Innenstadt, mehrere Gebäude und Krankenhäuser bauen.

Langsames Wachstum (ca. 1820 - 1840)

1820 konnte Hobart dann ganze 10.000 Einwohner verzeichnen und der aufgewertete Hafen wurde zum wichtigen Stützpunkt der Royal Navy. Durch den Walfang, den Robbenfang, den Schiffsbau, den erfolgreichen Weizenanbau und den Export verschiedener hochwertiger Güter, wie Walöl und Merinowolle, kam es dann in der Geschichte Hobarts zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Als man 1825 die Forderung von New South Wales nach Unabhängigkeit erhörte, wurde Hobart Town zur Hauptstadt der Kolonie Tasmanien. Diverse einflussreiche Bürger ließen imposante Gebäude errichten und durch den Bau von Schulen sowie Büchereien sollte auch die teilweise schlechte Bildung ausgeglichen werden, was mit der Zunahme des Klassendenkens immer wichtiger wurde. Um 1830 lebten mehr als 24.000 Einwohner in der Stadt, von denen etwa zwei Drittel männlich und ein Drittel weiblich waren. Der 5. Februar 1836 wird durch den Besuch von Charles Darwin gekennzeichnet.

Unabhängigkeit & Namensgebung (ca. 1840 - 1900)

In den 1840ern bildete sich die sogenannte Anti-Transportation League heraus, die bis 1853 das Einführen von Strafgefangenen nach Tasmanien endgültig aufhalten konnte. 1856 wurden dann die Forderungen nach einer eigenständigen Regierung des Van Diemens Lands erhört. Seit diesem Zeitpunkt lief der Bundesstaat unter der Bezeichnung Tasmanien und verfügte über die Bundeshauptstadt Hobart Town. Zu dieser Zeit entstanden das Parliament House sowie einige der Regierungsgebäude und Kirchen. 1875 wurde dann die Bezeichnung Hobart Town in Hobart umgewandelt. Im Verlauf der Geschichte Hobarts kam es in den frühen 1890ern zu einer Wirtschaftskrise. Allerdings stellte die Stadt im Jahr 1893 trotzdem das erste elektrische Straßenbahnsystem der Südhalbkugel fertig.

Neuere Geschichte Hobart

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise konnte man unter anderem durch die zahlreichen Auswanderungen noch im nächsten Jahrhundert beziehungsweise zum Beginn der neueren Geschichte Hobarts spüren. Mit der Einleitung der Industrialisierung Anfang 1900 wurden der Rohstoffabbau und die Landwirtschaft immer wichtiger. Viele Firmen schufen ihren Sitz in beziehungsweise bei Hobart, zu denen auch die 1922 gegründete Cadbury Chocolate Factory in Claremont gehört. Der 09. Februar 1934 wird wegen der starken Buschbrände, die an diesem Tag um Hobart wüteten, als Black Friday bezeichnet. Im Januar 1937 vollendete man die Pinnacle Road zur Spitze des Mount Wellington und im Jahr 1943 wurde die Hobart Bridge zur Erleichterung der Überquerung des Derwent River eröffnet. Mit der Zunahme des Verkehrs und der bedeutsamer werdenden Mobilität wuchs auch das touristische Interesse an der Hauptstadt Tasmaniens. Somit entstanden immer mehr Hotels und seit 1958 konnte man dank des neuen Fährservices sogar sein Auto von Melbourne auf dem Festland mit nach Tasmanien (Devonport) nehmen. Darüber hinaus entstand 1956 der heutige International Airport und 1964 wurde die über den Derwent River führende Tasman Bridge fertiggestellt. Mit 52 Toten schrieben sich dann jedoch am Black Tuesday, den 7. Februar 1967, die bisher schlimmsten Buschbrände in die Stadtgeschichte ein und auch der 17. Januar 1998 wurde von schweren Waldbränden gekennzeichnet. Nach der Rezession in den 1990er Jahren machte Hobart zum Anfang des 21. Jahrhunderts einen ordentlichen Sprung nach vorne. Immer mehr Menschen wanderten auf die Insel aus, da viele neue Arbeitsplätze geschaffen wurden und die Lebensqualität sowie der Kostenfaktor trotz steigender Immobilienpreise immer noch vergleichsweise günstig waren. Die Bevölkerung verdoppelte sich in einem Zeitraum von weniger als 20 Jahren.

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