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Geschichte Canberra: Wichtige Infos zur Entstehung der Hauptstadt

Die Geschichte Canberras ist noch recht jung, da vor dem 20. Jahrhundert lediglich ein paar wenige Grundsteine geschaffen wurden und die eigentliche Entwicklung erst nach 1900 stattfand. Weiterhin ging der anfängliche Aufbau wegen der beiden Weltkriege und der Wirtschaftskrise nur sehr langsam voran. Man sagte Canberra bis in die 1950er sogar nach, dass es hier mehr Bäume als Häuser gäbe. Heute hat sich die Hauptstadt des roten Kontinents allerdings besonders in Sachen Einkommen, Arbeitslosenquote und Bildungsstandard im Vergleich zu vielen anderen australischen Städten ganz schön gemausert.

 

Frühe Geschichte

Laut diverser Funde, wie Felsmalereien und Grabstätten, sollen bereits vor mindestens 21.000 Jahren verschiedene Stämme der Aborigines, zu denen vermutlich die Ngunnawal gehörten, im heutigen Australian Capital Territory gelebt haben. Zwischen 1820 und 1824 streiften vier europäische Forschungsgruppen auf der Suche nach dem Ursprung des Molonglo River durch das Gebiet. 1824 ließ Joshua John Moore auf der Acton Peninsula (heutiger Standort des National Museum of Australia) ein Gehöft errichten, um Viehwirtschaft zu betreiben. Als er das Land 1826 käuflich erwarb, benannte er es Canberry. Der heutige Name der Hauptstadt etablierte sich immer mehr, so dass sich selbst die lokalen Aborigine-Stämme teilweise als Kamberra oder Camberri bezeichneten.

Im Jahr 1827 wurde das erste Kind europäischer Abstammung in der Geschichte Canberras geboren und 1845 entstand die heute noch existierende St. John's Church. Weiterhin wurden immer mehr Areale im Laufe des 19. Jahrhunderts als Schafweiden genutzt, weshalb der Großteil der bis 1851 etwa 2.500 zugewanderten Anwohner Schafzüchter waren. Die historische Blundells' Cottage baute man 1859, welche sich im heutigen Kings Park befindet. Darüber hinaus wirkte sich der europäische Bevölkerungszuwachs negativ auf die Anzahl der Aborigines aus. Einerseits kam es bei den Ureinwohnern zu Hungersnöten, da die neuen Siedler wichtige Jagdgründe der Einheimischen nutzten. Andererseits brachen westliche Krankheiten bei den Aborigines aus, gegen die sie nicht resistent waren. Bis 1878 hatte sich der Großteil der Ureinwohner mit den Europäern vereint und die letzte Vollblut-Aborigine-Frau starb vermutlich 1897.

 

Neuere Geschichte

Im Zusammenhang mit der Vereinigung der australischen Staaten kam es um die Jahrhundertwende zu den ersten Gesprächen über die Ernennung der Hauptstadt des Commonwealth of Australia. Sehr gute Voraussetzungen hatte die bisher bevölkerungsreichste Metropole Melbourne. Das im größten Bundesstaat New South Wales gelegene Sydney erhob als älteste und damals neben Melbourne einzige Großstadt Australiens ebenfalls Anspruch auf diesen Status. Da es jedoch zu keiner Einigung zwischen den beiden Rivalen kam, entwickelte man eine Kompromisslösung. Melbourne sollte solange die Hauptstadt des roten Kontinents sein, bis man einen neuen Regierungssitz im Gebiet von New South Wales errichtet hatte. Bei den 1908 begonnenen Forschungen von Charles Scrivener wurde schon im selben Jahr am Fuße der australischen Alpen der landschaftlich reizvolle und vor allem endgültige Standort der neuen Hauptstadt bestimmt. Ein weiteres wichtiges Datum in der Geschichte Canberras ist der 01. Januar 1910, an dem New South Wales an das neue Australian Capital Territory Land abtrat.

1911 rief man einen internationalen Wettbewerb zum Entwurf eines Stadtplans für den neuen Regierungssitz ins Leben. Man entschied sich 1912 für das Konzept des aus Chicago stammenden Architekten Walter Burley Griffin. Die überzeugenden Besonderheiten seines Stadtplans waren der Erhalt der natürlichen Ästhetik durch das Berücksichtigen der Landschaft, die Ordnung schaffenden geometrischen Formen, die Aufteilung mit einem See im Zentrum und die auf bestimmte Institutionen ausgerichteten Achsen. Der Baubeginn wurde am 20. Februar 1913 symbolisch eingeleitet. Weiterhin fand die offizielle Namensgebung am 12. März 1913 auf dem Capital Hill statt, was seither mit dem 10-tägigen Canberra Festival und dem Feiertag des Canberra Day am zweiten Montag im März zelebriert wird.

Die Entwicklung der neuen Hauptstadt ging jedoch während des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918), der Weltwirtschaftskrise (ab 1929) und des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) nur schleppend voran. Vor allem die hieraus resultierende Kapitalknappheit, Konflikte und Mangel an Fachkräften machen den Anfang der Geschichte Canberras sehr mühselig. In den 1920er Jahren entstanden das erste Schulgebäude (1923), die öffentlichen Transportmittel (1925) und mehrere kulturelle Einrichtungen. Polizeiinstitutionen, das City Centre und das provisorische Old Parliament House stellte man 1927 fertig. Am 9. Mai 1927 erhielt Canberra schließlich den Titel als offizielle Hauptstadt Australiens. Etwas später entwickelten sich Radiosender, immer mehr Diplomaten reisten an, Botschaften wurden gebaut, 1940 entsteht ein Militärflugplatz und 1941 eröffnete man das Australian War Memorial. Bis zum Beginn der 1950er war Canberra mit seinen weiten Wäldern und Feldern allerdings noch sehr ländlich und auf den saftigen Wiesen vor dem Parlamentsgebäude grasten Kühe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen immer mehr Regierungsinstitutionen von Melbourne in die Landeshauptstadt und 1946 gründete man die Australian National University (ANU). Größere Fortschritte sind in den 1960ern zu erkennen, da in diesem Jahr diverse Kultureinrichtungen, der Lake Burley Griffin und der Canberra Airport geschaffen wurden. Von 1960 bis 1975 stieg die Einwohnerzahl von etwa 50.000 auf circa. 230.000 an. Als Reaktion auf diesen raschen Bevölkerungszuwachs baute man die Wohnviertel immer weiter aus. Einen Schicksalsschlag erlitt die Stadt jedoch mit der sogenannten Canberra Flood im Jahr 1971, bei der 7 Menschen ums Leben kamen. Zunehmend schossen nationale Staats- sowie Kulturinstitutionen aus dem Boden und machten die Stadt fortwährend bedeutungsvoller. Am 9. Mai 1988 eröffnete man schließlich das neue Parliament House auf dem Capital Hill. Abschließend wären noch die schwerwiegenden Waldbrände des 18. Januars 2003 zu erwähnen, bei denen mehrere Menschen umkamen. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die fast vollständig geplante Stadt im Laufe der Zeit zu einem sicheren und angenehmen Lebensraum entwickelt hat.

 

Bildergalerie: Tolle Eindrücke aller Highlights

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