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Didgeridoo-Experte Michael Beuckert im Interview

Wir haben Didgeridoo-Experte Michael Beuckert interviewt und erhielten hierdurch die Möglichkeit, einige interessante Details über das populäre Blasinstrument der Ureinwohner Australiens in Erfahrung zu bringen. Sowohl persönliche Aspekte des Musikers & Didgeridoobauers als auch wertvolle Tipps & Fakten bezüglich des Instruments werden in diesem Beitrag beleuchtet. Wer sich etwas für ausgefallenere Musik & Instrumente interessiert, wird hier sicherlich fündig werden.

Hallo Michael,

Du hast Dich einem recht außergewöhnlichen Instrument verschrieben, dem Didgeridoo. Welche Geschichte steckt dahinter?

  • ca. 1994/95: Beginn meiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, Arbeit mit körper- geistig und/oder mehrfach behinderten Menschen. In dieser Zeit begann ich mein Interesse und meine Leidenschaft für das Didgeridoospiel zu entdecken. Ein Schulkollege hatte eins dabei, ich hörte den Ton und wollte das auch....es hat mich sofort infiziert...Ich würde dies auch als meine ersten, mit Erfolgsgefühlen verbunden Erfahrungen im Bereich "Musik machen" bezeichnen, nachdem mir in dem regulär-pädagogischen Schulsystemen das Medium Musik eher vergräuelt wurde.

Das Didgeridoo ist ein Instrument der australischen Ureinwohner, den Aborigines. Welche Beziehung hast Du zu der indigenen Bevölkerung Australiens und zum Land selbst?

  • Ich habe Freunde in Australien und kenne viele Profimusiker die bereits dort waren, ebenso Freunde von mir, zur indigenen Bevölkerung habe ich keinen direkten Kontakt.

Kannst Du Dir vorstellen nach Australien auszuwandern?

  • Warum nicht? Ein faszinierendes Land.

Was fasziniert Dich an diesem Instrument ? - Wo liegen die Besonderheiten?

  • Das Didgeridoo durchdringt mich beim spielen, Blasinstrumente die man durch den Atem erklingen lässt sind noch einmal etwas ganz anderes als z.B. Gitarre oder Klavier....es hat nur einen Ton, aber eine Fülle an Obertönen und ein Universum an Möglichkeiten es zu spielen.

Du baust auch selber Didgeridoos. Wie viel Zeit & Aufwand benötigt die Herstellung?

  • Ca. 15 bis 30 Stunden pro Didgeridoo, je nach Art, Eukalyptus oder heimische Hölzer. Jedes Didgeridoo wird ein Unikat.

Es gibt die verschiedensten Materialien aus denen ein Didgeridoo beschaffen sein kann. Auf was sollte beim Kauf dieses Instruments (u.a. in Bezug auf die Materialien) geachtet werden?

  • Beim Kauf sollte man darauf achten, dass man damit zurecht kommt und der Preis der Qualität entspricht, der Ton gefällig ist, es gibt viele Abzocker auf dem Markt; Leider kann man nicht generell sagen, was zu beachten ist, hier gibt es einige Tipps.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Einsteigermodell und einem für Fortgeschrittene?

  • Auf einem Einsteigermodell wird man wohl kaum Konzerte spielen, Fortgeschrittenenmodelle haben eine weitaus besseren Klang, können auch schwieriger zu spielen sein, müssen aber nicht.

Kann grundsätzlich jeder das Didgeridoospielen erlernen (Stichwort: Kurzatmigkeit, schwacher Kreislauf etc.)?

  • Ja jeder, der atmen, Lippen, Zunge und Wange bewegen kann.

Auf Deiner Homepage bietest Du auch Didgeridooworkshops an, die neben dem Erlernen des Instruments sowie den geschichtlichen und kulturellen Aspekten auch den medizinisch-therapeutischen Hintergrund des Didgeridoospielens beleuchten. Für welche therapeutische Zwecke wird das Instrument eingesetzt?

  • Unter anderem bei Atemwegserkrankungen wie Asthma, chron. Bronchitis, COPD, Atemapnoe (Schnarchen mit Aussetzern der Atmung), Mukoviszidose uvm.

Du organisierst auch Didgeridoo-Events für Firmenfeiern, Hochzeiten usw. Wird dieses Konzept gut angenommen?

  • Ja :) es gibt immer wieder Anfragen verschiedenster Art, Crashkurse, Showworkshops, Vorträge, Livemusik, Künstlervermittlung...

Welche Erfahrungen oder besonderen Erlebnisse hast Du mit diesen Events gemacht?

  • Sehr viele interessierte Menschen und fast alle schicken ihre Kinder vor...probier doch mal....und Kinder schaffen es oft schneller, Töne heraus zu holen....sie machen es einfach und denken nicht zu viel.

Hast Du für die Zukunft weitere (andere) Projekte geplant, die bereits spruchreif sind?

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Stell Dir vor, Du könntest zusammen mit Aborigines eine Art Didgeridoo-Session durchführen - wie würden die Settings (der perfekte Ort etc.) für dieses Event aussehen?

  • Auf einer ganz großen Bühne ( Festival o. ä.) und ganz Privat ...

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei Deinen weiteren Projekten!

Vielen Dank für das Interview und bloß keinen Stress...no worries :)

Liebe Grüße

Micha

 

Erste Eindrücke im Video


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