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Claudia unterwegs: Interview mit reisender Buchautorin

Wir haben die Globetrotterin Claudia Schmidt interviewt und ihr Fragen bezüglich ihres Buches "Claudia unterwegs in Down Under" gestellt. So stehen beispielsweise Thematiken wie Australien, Reisen, Erlebnisse, Eindrücke, Heimweh, Lebensphilosophie etc. im Mittelpunkt des Interviews. Jeder, der interessante Insiderinformationen einer passionierten Backpackerin über den 5. Kontinent und zudem Einblicke in Claudias Internettagebuch erhalten möchte, wird in diesem Beitrag fündig.

 

Interview mit Claudia Schmidt

Du bist gerade auf großer Weltreise, die Du in Deinem Internettagebuch: www.claudiaunterwegs.de dokumentierst. Wo befindest Du Dich gerade und wie geht es Dir?

  • Ich liege gerade in einer Hängematte und schlürfe einen eiskalten Bananenshake. Es weht eine leichte Brise und in der Ferne sehe ich die Blitze zucken, da momentan Regenzeit ist. Wenn ich nach rechts schaue, sehe ich das braune Wasser des Mekongs, das mit mächtigem Tempo in Richtung Kambodscha fließt. Die letzten Tage in Laos verbringe ich auf einer Insel im Mekong und gönne mir gerade ein bisschen Urlaub. Reisen kann ganz schön anstrengend sein, von daher muss man mal zwischendurch durchatmen. Ihr seht, mir geht es rundum gut und das Reisen erfüllt mich immer noch wie am ersten Tag. Schaut doch einfach mal auf meiner Homepage vorbei, mittlerweile bin ich sicher schon wieder ganz woanders.

Deine erste Reise führte Dich nach Australien, um hier Deinen Lebenstraum, die Welt zu erobern, verwirklichen zu können. Warum gerade Down Under?

  • Damals wollte ich für eine Zeit lang raus aus Deutschland und mehr von der Welt sehen. Durch Zufall bin ich über das Work&Travel Visum in Australien gestolpert und war von Anfang an begeistert. Genau diese Kombination aus Reisen und Leben/Arbeiten in einem fernen Land habe ich gesucht. Nach ein wenig Recherche im Internet habe ich mich auf Anhieb in Australien verliebt. Down Under ist ein Paradies für Backpacker. Nicht nur landschaftlich hat es viel zu bieten, auch die Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig. Für jeden ist etwas dabei: moderne Großstädte, nonstop Party an der Ostküste feiern, endlose Strände, das extreme Outback entdecken oder Krokodilen im tropischen Norden begegnen. Von da an war für mich klar, da will ich unbedingt hin…

Was hat Dich dazu bewogen, das Buch " Claudia unterwegs in Downunder" zu schreiben?

  • Am Ende meiner Reise kam mir die Idee, da ich ein tolles Feedback auf meine Online-Berichte bekommen hatte. Aber zurück in Deutschland gab es erst mal Wichtigeres (Job, Wohnung, usw.). Erst mit etwas Abstand habe ich wieder daran gedacht und das Projekt in Angriff genommen, da es mir persönlich viel bedeutet. Es ist zu meinem zweiten Gedächtnis geworden. Da die Berichte unvollständig waren, habe ich alles komplett neu aufgeschrieben. Ich wollte meine Erlebnisse festhalten und habe auf dem Weg beschlossen, sie mit anderen zu teilen.

In Deiner Buchvorstellung schreibst Du, dass Du die Weite des australischen Outbacks kennengelernt hast. Überkommt einen da nicht schon mal die Einsamkeit? Wie bist Du damit umgegangen?

  • Das Outback bedeutet für mich unendliche Weiten mit einem blauen Himmel, der alles überspannt. Einsam habe ich mich nie gefühlt, eher befreit und magisch davon angezogen. Hier kann ich tief durchatmen. Die einsamen Momente hatte ich eher, wenn ich von vielen Menschen umgeben war und keinen kannte. Man kann seine Erlebnisse und manchmal auch den Frust des Tages mit niemandem teilen. Die beste Medizin ist dann: All seinen Mut zusammenzupacken und offensiv auf die Leute zu zugehen. Was gar nicht so schwer ist, da die meisten Backpacker ebenfalls auf der Suche nach Anschluss sind.

Gab es neben den vielen positiven Eindrücken und Erlebnissen auch brenzliche Situationen?

  • Leider kann ich euch keine atemberaubende Story liefern. Mich hat weder ein Krokodil attackiert, noch hat mich ein Serienmörder im Outback überrascht. Australien ist ein sicheres Reiseland. Wir haben mal auf einem Parkplatz am Strand übernachtet und sind morgens von Drogendealern geweckt worden. Aber sie haben uns in Ruhe gelassen. Viel gefährlicher sind die Wildtiere auf den Straßen, besonders in der Morgen- oder Abenddämmerung. Plötzlich steht ein Emu oder hüpft ein Känguru auf der Straße und man muss eine Vollbremsung hinlegen. Danach qualmen die Bremsen und das Adrenalin pumpt durch die Adern.

Hattest Du während Deines Down Under-Trips auch mal Heimweh?

  • Ehrlich gesagt: Nein. In Australien habe ich meinen Traum gelebt und eine tolle Zeit gehabt. Mir war von Anfang klar, worauf ich mich einlasse und was eine Trennung von der Heimat bedeutet. Natürlich vermisst man seine Leute zu Hause, besonders an Geburts- und Feiertagen. Dafür gibt es das Telefon und Internet, so fühlt man sich plötzlich wieder ganz nah und teilt seinen Alltag miteinander. Nach einem Jahr war ich dann froh alle wiederzusehen und habe gelernt es mehr Wert zu schätzen.

Während Deiner Reise durch den australischen Kontinent hast Du sicherlich viele Freundschaften geschlossen. Stehst Du mit den Leuten auch heute noch in Kontakt?

  • Man lernt sehr viele Leute kennen. Die Meisten begleiten einen nur für eine kurze Zeit und doch hinterlässt jede Begegnung einen Fingerabdruck, manche davon sind sehr nachhaltig. Zwischendurch findet man wiederum richtige Freunde. Mit den Jahren wird es dann immer schwieriger den Kontakt zu halten, insbesondere weil man sich nicht sieht. Nach über 6 Jahren stehe ich noch mit zwei Leuten regelmäßig in Kontakt. Für mich ist es die Summe aller Menschen, denen ich begegnet bin. Sie haben mich für immer verändert.

Neben der atemberaubenden Landschaft lernt man auch Land und Leute kennen. Wie stehst Du zur australischen Mentalität?

  • An meinem ersten Tag in Sydney stand ich mit einem Stadtplan an einer Kreuzung. Schon nach zwei Minuten hat mich ein Mann angesprochen, ob er mir weiterhelfen kann. Das ist absolut typisch für Australier. Sie sind immer freundlich, hilfsbereit und gehen offen auf die Leute zu. Alles ist “easy”, ob du ein Bett für die Nacht suchst, einen Trip planst oder einen Job brauchst. So kann man alles unbeschwert in vollen Zügen genießen. Im Architekturbuero habe ich auch die andere Seite kennengelernt. Die Handwerker sind nicht immer zuverlässig und halten Termine nicht ein. So ist es schwierig eine Baustelle zu leiten. Es ist wie beim Jonglieren, wenn plötzlich ein Ball langsamer ist, fallen alle auf einmal runter. Beim Reisen stört es einen aber nicht weiter.

Du warst während Deines Down Under-Trips eine Zeitlang in Neuseeland. Viele sagen, entweder schlägt das Herz für Australien oder für Neuseeland? Für welches Land schlägt Dein Herz?

  • Die Ausnahme bestätigt die Regel: Mein Herz schlägt für beide Länder. In Neuseeland habe ich meine Outdoor-Seite ausgelebt und bin besonders von den Südlichen Alpen mit ihren Gletschern und Fjorden begeistert. Australien wiederum ist für mich einfach einzigartig und extrem, damit liegt es etwas weiter vorn. Wenn ich in die Augen eines Kängurus, Koalas oder Wombats schaue, bin ich ganz verzückt. Auch die vielfältigen Landschaften überraschen mich immer wieder und die schiere Größe bringt mich zum Staunen. Australien ist ein besonderes Fleckchen Erde und hat ein großes Stück meines Herzens erobert.

Du sagst, dass Dich die Erfahrungen für Dein weiteres Leben gestärkt und geprägt haben. Inwiefern profitierst Du heute davon?

  • Mit etwas Abstand zum Alltag sieht man alles klarer und lernt sich mit seinen Stärken und Schwächen besser kennen. Das ist heutzutage umso wichtiger, da wir in einer schnelllebigen Zeit sind und der gesellschaftliche Druck auf jeden Einzelnen zunimmt. Auf Reisen hat man oft ungeplante Situationen, die man mit Toleranz, Offenheit und Improvisation meistern muss. Genau diese Qualitäten bringen mich auch in Deutschland weiter und geben mir das Selbstvertrauen, auch mal ungewohnte Wege zu gehen. Da ich Innenarchitektin bin, ist das Reisen natürlich auch eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für mich. Mein Repertoire wird mit jeder Reise größer, da ich andere Lösungen und unterschiedliche Lebensstile kennenlerne. Schon immer haben sich Architekten nach dem Studium auf die Reise gemacht, um von anderen Kulturen und alten Meistern zu lernen.

Mit großer Begeisterung schreibst Du, dass jede einzelne Erfahrung wertvoll für Dich war. Hast Du alle Deine Erlebnisse in Deinem Buch unterbringen können oder dürfen wir auf einen zweiten Teil von " Claudia unterwegs in Downunder" hoffen?

  • In meinem Buch nehme ich meine Leser mit auf meine Reise. Zusammen erleben wir die großen und kleinen Abenteuer des Backpacker-Alltags. Dabei ist es nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Jahr in Downunder. Es ist einfach zu viel passiert und einige Themen oder Begegnungen waren zu persönlich. Trotzdem erfahrt ihr viel über Australien und erhaltet gute Tipps für unterwegs. So könnt ihr herausfinden, ob es etwas für euch ist. Vielleicht sitzt ihr schon bald in einem Flugzeug und könnt meine Geschichte fortsetzen. Ich stecke bereits im meinem nächsten großen Abenteuer, von daher fehlt mir die Zeit für “Teil 2”.

Du rätst Deinen Lesern ihren Job zu kündigen und ihre Sachen zu packen, um in die große weite Welt zu ziehen. Das hört sich für viele sehr spontan und mutig an. Alles hinter sich zu lassen ist für die meisten von uns nicht einfach. Was würdest Du den weniger spontanen Menschen unter uns raten?

  • Träumst du davon die Welt zu bereisen? Dann solltest du es auch in die Tat umsetzen. Lass dich von anderen Leuten nicht verunsichern oder versteck dich nicht hinter Ausreden (Geld, Zeit, etc). Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Nicht jeder ist für solch einen langen Trip gemacht. Schnapp dir in deinem nächsten Urlaub einfach mal den Rucksack und probier es aus, ob das Backpackerleben etwas für dich ist. Jede Reise bereichert dich auf so vielen Ebenen und eröffnet neue Horizonte. Unser Alltag in der Heimat ist manchmal so banal und wir vergessen die wichtigen Dinge im Leben. Es muss nicht unbedingt die große Weltreise sein, auch die kleinen Trips haben es in sich. Du musst es nur TUN.

Du bist gerade dabei die ganze Welt zu entdecken. Wirst Du auch diese Erlebnisse in einem Buch mit uns teilen?

  • Was soll ich sagen??? Momentan habe ich noch keine Pläne, aber man weiß nie, was die Zukunft noch bringt. Online könnt ihr mich natürlich auf meinem Blog www.claudiaunterwegs.de verfolgen, dass muss für den Moment reichen ;o)

Du brauchst an dieser Stelle natürlich nicht zu viel zu verraten, dennoch interessiert uns, welche Gegend Down Under Dein absoluter Favorite ist?

  • Ein Highlight meiner Tour war Westaustralien. Die Strecke von Perth nach Darwin scheint immer noch ein Geheimtipp zu sein. Man bekommt hier alles geboten: paradiesische Strände, das rote Outback, atemberaubende Nationalparks und viel Wildlife. Wir haben unterm Sternenhimmel gecampt, waren am Ningaloo Reef schnorcheln und sind durch den roten Canyon des Karijini Nationalparks geklettert. Westaustralien ist ein bunter Blumenstrauß, der die viele Facetten von Downunder zeigt.

Zu guter Letzt würden wir Dich bitten drei Begriffe zu nennen, die Du (spontan) mit Australien in Verbindung bringst.

  • No worries, mate. – Nimm das Leben nicht so schwer und genieß den Augenblick. Barbie – Ich liebe die öffentlichen Grillstellen am Strand. (Weihnachten 2005: im Bikini & lecker Steak) Känguruh – Australien ist einfach anders.

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