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Zelt-Kaufberatung: Packmaß, Gewicht, Wassersäule & Co

KaufberatungEs gibt sehr große Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern und deren Modellen, weshalb eine Zelt-Kaufberatung stets sinnvoll ist. Da man viele Nächte während der Reise im Zelt verbringt und es den verschiedensten Situationen trotzen muss, sollte man sich entsprechend gut informieren und ein hochwertiges Produkt auswählen. Als wichtige Auswahlkriterien wären das Gewicht, die Wasserdichtigkeit, Farbe, Verarbeitungsqualität, Materialwahl, Belüftungsmöglichkeiten, Geräumigkeit, Aufbaudauer sowie die Wahl des Einsatzgebietes zu bedenken. Um einen übersichtlichen Einblick bezüglich der wichtigsten Parameter zu geben, wird nun aufgelistet, was beim Kauf unbedingt zu berücksichtigen ist.

 

Vier Zelt-Typen & wichtige Auswahlkriterien

Um einen übersichtlichen Einblick in die Welt der Zelte zu erhalten, wurden die vier bekanntesten Zelt-Typen ausgewählt und in den folgenden Artikeln beschrieben. Alle Vor- und Nachteile werden übersichtlich gegenüber gestellt und anschließend bewertet. Außerdem erhält man ein allgemeines Fazit sowie eine Empfehlung eines der jeweiligen Kategorie zugehörigen Zeltes.

Da die Auswahl schier endlos ist und es sehr viele gute Modelle gibt, werden wir nur ein paar besondere Ausführungen präsentieren und diese etwas genauer umschreiben. Des Weiteren haben wir uns bemüht, alle Preisklassen zu berücksichtigen, sodass jeder am Ende ein tolles Zelt besitzen kann und die bevorstehende Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer wird.

 

Gewicht, Packmaß, Wassersäule & Material

Bei jeder Zelt-Kaufberatung sind die folgenden Auswahlkriterien unbedingt zu berücksichtigen:

Gewicht: Als erstes wären die immensen Gewichtsunterschiede zu erwähnen. Oftmals liegt das Eigengewicht eines 2-Personen-Zeltes zwischen 2 und 5 kg. Das macht eine Differenz von stolzen 3 Kilo, die man bei Wanderungen entweder mehr mitschleppen muss oder den Rücken und die Kräfte dementsprechend schont, ja vielleicht sogar stattdessen ein Fläschchen Wein für den Abend unter Sternen mitnimmt.

Packmaß: Als zweites wäre das Packmaß zu nennen, das meist mit dem Gewicht einhergeht. Hierbei gibt es wiederum enorme Unterschiede zu verzeichnen. Die Packmaße variieren zwischen ca. 40 x 15 und 60 x 40 cm (für 2-Personen-Zelte). Bedenkt man, dass der Rucksack eine begrenzte Kapazität aufweist, so ist klar: je kleiner das Packmaß, desto besser.

Wassersäule: Als nächste sehr wichtige Eigenschaft ist die Wasserdichtigkeit aufzuführen, die entweder selbst bei andauerndem Regen die Sachen trocken hält und einen beruhigt einschlafen lässt oder die Nacht zu einem feucht-fröhlichen Trauerspiel degradiert. Die Wasserdichtigkeit wird anhand der Wassersäule angegeben (10 cm² Zelt-Material werden gespannt, ein Zylinder mit Wasser gefüllt und der Wert festgehalten, ab dem sich Wassertropfen durch die Folie drücken). Ab einer Wassersäule von 1.500 mm spricht man in der Regel von Wasserdicht. Für die Langlebigkeit der Wasserdichtigkeit ist die Materialqualität entscheidend → 1.500 mm sind auf Dauer nicht 1.500 mm! Die Unterschiede in der Wassersäule verschiedener Zelte variiert zwischen 800 mm und 10.000 mm.

Material: Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, wäre die Materialauswahl und Verarbeitungsqualität. Hierin besteht sicherlich einer der größten Differenzen, die den Preis bestimmen. Sind die Nähte mehrfach vernäht und gut abgedichtet?, besteht das Gestänge aus leichtem und trotzdem sehr robusten Aluminium oder aus dem schnell brechenden und schwereren Fiberglas?, wie ist das Material beschichtet? etc., sind Fragen von großer Wichtigkeit.

 

Wahl des Einsatzgebietes: Farbe & Belüftung

Farbe: Mit der Wahl des Einsatzgebietes geht außerdem einher, dass die Farbe entsprechend der bevorstehenden Tour angepasst wird. Sicherlich macht es keinen Sinn, eine Signalfarbe wie orange auszuwählen, wenn man in tropischen Nationalparks unbemerkt zelten möchtet. Hierzu wäre ein freundliches laubgrün deutlich besser geeignet. Man sollte sich selbst den Gefallen tun und auf schwarze oder dunkelblaue Zelte verzichten, da sich diese sehr schnell erhitzen und eine unfreundliche Atmosphäre im Inneren verbreiten. Ein längerer Aufenthalt bei Regen in solch einer dunklen Höhle trägt sicherlich nicht gerade zu einer guten Stimmung bei. Als nächstes wären die Belüftungsmöglichkeiten anzusprechen.

Belüftung: Besonders in tropischen Klimazonen mit hoher Luftfeuchtigkeit ist eine ausreichende Belüftung das A und O. Es gibt wirklich nichts ärgerlicheres, als ein wasserdichtes Zelt zu besitzen und morgens trotzdem nass zu sein. Sei es Schweiß oder das eigene Kondenswasser, welches nicht entweichen konnte. Aber auch die Aufbaudauer sollte unbedingt berücksichtigt werden. Baut man sein Zelt tagtäglich auf und ab, so wird man sehr dankbar dafür sein, nur 2-5 Minuten anstatt 10-20 Minuten zu brauchen (gerade bei Regen). Natürlich spielt auch das Preisleistungs-Verhältnis eine entscheidende Rolle, da es letzten Endes die Entscheidung beeinflusst, welches Produkt nun gekauft wird. Zuletzt muss noch darauf aufmerksam gemacht werden, dass beim Kauf die Geräumigkeit (je nach individueller Vorstellung) und natürlich die Wahl des Einsatzgebietes zu berücksichtigen wäre. Beim Zelt-Kauf ist zwischen zwei wesentlichen Einsatzgebieten zu differenzieren:

Warmes und tropisches Wetter (hohe Luftfeuchtigkeit, Hitze etc.)

  • gute Belüftung (wegen Hitze und Luftfeuchtigkeit, beispielsweise in den Tropen)
  • selbststehendes Innenzelt (am besten nur aus Moskitonetz um die Sterne zu sehen)
  • Farbe muss mit der Natur fusionieren

Kaltes, extremes Wetter (Schnee, Stürme etc.)

  • Wind- und Schneedicht → Außenzelt kann bis auf den Boden gezogen werden (Wind kann sehr kalt sein und niemand möchte Schnee im Inneren haben)
  • sehr hohe Stabilität (gutes Gestänge, wenig Windangriffsfläche, viele Abspannmöglichkeiten, reißfestes und hochwertiges Material)
  • großzügige Apsiden (Stauräume für Gepäck)
  • einfacher Aufbau (muss auch mit Handschuhen und bei widrigen Bedingungen möglich sein)
  • Außenzelt sollte zuerst aufgebaut werden können
  • Signalfarbe auswählen (muss im Schnee hervorstechen)
 

Unterschiede zwischen billigen & teuren Modellen

Das Zelt ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Es schützt vor Regen, Wind sowie Insekten und kann einem an den schönsten Orten der Welt ein gemütliches zu Hause bieten. Fast jeder hat schon mal eine Nacht im Zelt verbracht und weiß, wie schön es sein kann, morgens bei strahlend blauem Himmel aus seinem Schlafgemach zu kriechen und die ersten Sonnenstrahlen beim Frühstücken zu erhaschen. Aber nicht so viele Leute wissen, was es bedeutet, mehrere Tage bei miserablem Wetter im Zelt zu sitzen und pitschnass zu sein, weil es undicht ist.

Und die wenigsten Menschen haben auch nur den blassesten Schimmer davon, wie schön es sein kann, bei richtig schlechtem Wetter in seinem Zelt zu verweilen und sich darüber zu freuen, dass man beim Kauf alles richtig gemacht hat. Klar, die wenigsten Freizeitcamper suchen sich gerade das Wochenende aus, an dem es permanent regnet, um mit ein paar Freunden am See campen zu gehen. Für diesen Zweck ist eine billige Discounter-Ausführung sicherlich völlig ausreichend. Jedoch ist zu bedenken, dass das auf einer richtigen Rucksack-Tour etwas anders aussieht.

Nun stellt sich die Frage, worin denn eigentlich die Unterschiede zwischen einem Billigdiscounter-Zelt und einem teuren Zelt aus dem Fachhandel bestehen und ob diese kleinen Feinheiten tatsächlich einen solch enormen Preisunterschied rechtfertigen. Die Unterschiede zwischen billigen und qualitativ hochwertigen Produkten sind immens. Es stimmt zwar, dass die Billigvarianten äußerlich oftmals nicht viel anders aussehen mögen als die teuren Produkte, dies aber einzig und allein daran liegt, dass die hochwertigen Exemplare meist schlichtweg von Billigherstellern imitiert werden. Mit dem originalen Produkt haben sie jedoch rein gar nichts zu tun. An einem guten Zelt sollte einfach alles stimmen. Dies ist damit zu begründen, dass ein outdoor-erfahrenes Experten-Team sich schon bei der Konzeption wirklich viele Gedanken darüber macht, worauf es wirklich ankommt.

 

Das perfekte „Allround-Zelt“ gibt es nicht

Dennoch ist zu erwähnen, dass es trotz jahrelanger Innovation in Forschung, Herstellung und Materialverbesserung das perfekte „Allround-Zelt“ für alle erdenklichen Anforderungen nicht gibt. Es ist einfach nicht möglich ein Zelt herzustellen, das sowohl dem arktischen als auch dem tropischen Klima trotzen kann. Die Natur ist zu vielseitig, als dass man all ihre verschiedenen Wetterlaunen anhand von einem bestimmten Material und einer speziellen Konstruktion in den Griff bekommen könnte. Beispiel: In den Tropen sind gute Belüftungsmöglichkeiten das A und O, um morgens nicht im eigenen Kondenswasser aufzuwachen, während bei einem Schneesturm wirklich keinerlei Möglichkeit bestehen darf, dass Schnee eindringt). Somit bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich für seine individuelle Tour das hierfür optimale Zelt auszusuchen und nicht vergeblich nach dem perfekten „Allround-Zelt“ zu suchen.

 

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