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Schlafsack-Kaufberatung: Material, Wärmekriterien & Co

Schlafsack KaufberatungFolgend möchten wir eine Schlafsack-Kaufberatung anbieten und dementsprechend Tipps & Hinweise diesbezüglich geben. Ähnlich wie beim Zelt gibt es nicht den perfekten Schlafsack für alle Einsatzgebiete. Deshalb ist es sehr wichtig zu wissen, welchen Anforderungen er gerecht werden muss. Schon beim Kauf gibt es einiges zu beachten.

 

Füllung & Form

Zu allererst sollte man sich darüber im Klaren sein, ob man lieber einen unkomplizierten, dafür im Packmaß etwas größeren und zudem schwereren Kunstfaserschlafsack oder einen etwas pflegebedürftigeren, dafür aber extrem wärmenden, leichteren und im Packmaß kleineren Daunenschlafsack erwerben möchte beziehungsweise welches Modell für die individuellen Ansprüche besser geeignet ist. Des Weiteren ist es wichtig, sich ausgiebig über die entscheidenden Parameter seines flexiblen Bettes zu informieren. Hier wären beispielsweise das Material, die Wärmekriterien sowie der bestimmte Typus (Mumie, Ei oder Decke) zu erwähnen.

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass es drei verschiedene Fomen bzw. -Typen gibt:

  1. Der Deckenschlafsack ist ein typisches Sommer-Modell. Er ist sehr geräumig, hat einen Rundum-Reißverschluss und kann somit zu einer normalen Decke umfunktioniert werden. Allerdings ist dadurch die Isolationsleistung und demzufolge die Wärmeleistung deutlich geringer als bei anderen Schlafsäcken. Zudem ist er aufgrund seines großzügigen Schnitts erheblich schwerer.
  2. Der eiförmige Schlafsack bietet im Knie- und Beinbereich jede Menge Bewegungsspielraum. Er ist eine gute Alternative zum Deckenschlafsack. Dennoch besitzt er eine deutlich bessere Wärmeleistung, ist leichter und hat ein geringeres Packmaß.
  3. Der Mumienschlafsack ist der wohl beliebteste Typus. Er besitzt die höchste Isolationsleistung, das geringste Packmaß und wiegt am wenigsten, da er der Körperform entsprechend zugeschnitten ist. Der einzige Nachteil zu den beiden Vorgängern ist der etwas geringere Bewegungsspielraum.
 

Wärmekriterien

Die seit 2005 geltende Normierung EN 13537 soll dem Kunden einen objektiven Einblick in die Wärmeleistung sowie über Pack- und Innenmaße gewährleisten. Während früher die Hersteller recht willkürlich die verschiedenen Angaben festlegten, müssen diese heutzutage von unabhängigen Prüfungsinstitutionen ermittelt werden. Beim Kauf ist es wichtig zu wissen, dass jeder Schlafsack in drei verschiedene Temperaturbereiche gegliedert wird:

  1. Komfortbereich: Der Komfortbereich bezieht sich auf eine durchschnittlich proportionierte Frau, die gerade noch nicht friert.
  2. Grenzbereich: Der Grenzbereich bezieht sich auf einen durchschnittlich proportionierten Mann, der gerade noch nicht friert.
  3. Extrembereich: Der Extrembereich bezieht sich auf den Temperaturbereich, indem eine durchschnittlich proportionierte Frau unter starker Kältebelastung gerade noch vor dem Erfrieren geschützt wird.

Ein weiteres zu beachtendes Kriterium ist die Größe. Es ist sehr wichtig, dass der ausgewählte Schlafsack der Körpergröße und Körpermasse entspricht, da man ihn schließlich mit der eigenen Körperwärme beheizt. Ist er zu groß, so wird dies schwierig und der Schlafsack kann der angegebenen Wärmeleistung nicht gerecht werden. Besonders der Fußbereich leidet sehr darunter. Sollte man nun aber schon eine etwas zu große Ausführung besitzen, so kann man den Fußbereich mit Klamotten ausstopfen oder den zu lang geratenen Teil mit einer Schnur oder einem Gürtel abbinden.

Hinweis: Es ist sehr wichtig zu wissen, dass Frauen aufgrund eines geringeren Muskelmasseanteils (Muskeln geben Wärme ab) durchschnittlich schneller frieren als Männer. Deshalb ist darauf zu achten, dass für Frauen bei gleicher Außentemperatur eine ca. 5 Grad Celsius höhere Wärmeleistung notwendig ist. Reist man zusammen mit dem Partner, so wäre es eventuell ratsam, dasselbe Modell zu kaufen, da sie meist koppelbar sind. Aufgrund der Tatsache, dass Frauen etwas schneller frieren, könnte der weibliche Part zusätzlich ein Inlett zur Erhöhung der Wärmeleistung verwenden. Diese wiegen nicht viel und haben ein sehr kleines Packmaß. Aus diesem Grund ist beim Kauf darauf zu achten, dass die Reißverschlüsse auf den entgegensetzten Seiten liegen und koppelbar sind. So wird eine kalte Nacht zu zweit im gekoppelten Schlafsack ein wahrliches Schlafvergnügen.

 

Hochwertige vs. minderwertige Produkte

Man sollte sich von Beginn an bewusst sein, dass man sich mit einem Billig-Discounter-Modell keine Freude macht. Daher ist es ratsam, nicht am falschen Ende zu sparen. Ein guter Schlafsack ist eine Investition, die man mehrere Jahre genießen wird. Klar, kein Produkt ist für die Ewigkeit, da bis heute noch kein Material entwickelt wurde, das im Laufe der Zeit nicht etwas zusammenfällt. Ist der Schlafsack platt gelegen, so ist die Isolierleistung schlichtweg nicht mehr in dem Maße gewährleistet, wie sie für das entsprechende Modell eigentlich vorgesehen wäre.

Ein hochwertiger Schlafsack hält jedenfalls deutlich länger als die Billig-Variante und lässt sich nicht für ein paar Euro bei Aldi, Lidl oder anderen Supermarktketten finden. Der Preis ergibt sich aus der Material- und Verarbeitungsqualität. Sprich, je hochwertiger das Modell desto kleiner ist sein Packmaß und desto weniger wiegt er (trotz hoher Wärmeleistung). Natürlich muss man hieraus keine Ideologie erstellen, wie es so mancher Grammjäger gerne tut, dennoch garantiert eine hohe Qualität wärmere und komfortablere Nächte als mit dem Billigprodukt. Außerdem steht einem mehr Platz im Rucksack zur Verfügung und man muss weniger schleppen.

 

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