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Aga Kröte Australien: “Killing-Tours” gegen die Cane Toad Pest

Aga Kröte

Aga Kröte

Im Jahre 1935 fing alles damit an, dass eine Käferlarve die australische Zuckerrohrernte bedrohte, indem sie in den Zuckerrohrstamm eindrang, sich dort einnistete und die begehrte Zuckerrohrpflanze zerstörte. Da die Australier aus Puerto Rico hörten, dass die Aga-Kröte (Cane Toad) die unerwünschten Schädlinge auf natürliche Weise vernichtet, dachte man sich in Down Under, dass es die beste Lösung sei, die Aga Kröte in Australien einzuführen und als Schädlingsbekämpfer einzusetzen. Allerdings stellte sich später heraus, dass nicht die Kröte, sondern eine Klimaänderung den Parasiten aus den Zuckerrohrstämmen vertrieb.

Aga Kröte bedroht australisches Ökosystems

Cane Toad Aware

Cane Toad Aware

Leider haben die Australier die Rechnung ohne die Natur gemacht. In den vierziger Jahren hatte man offensichtlich noch nicht aus den Fehlern gelernt, dass es fatale Folgen hat, ein Ökosystem durch Menschenhand zu verändern. Dies machte sich die Aga Kröte zu Nutzen und verbreitet sich nun schon seit 75 Jahren munter in Australien. Genauer gesagt: Sie ist kaum aufzuhalten, da ein Weibchen bis zu 36000 Eier pro Jahr legt und die Kröte zudem keine natürlichen Feinde hat. Aus diesem Grund leben heute allein im Northern Territory ca. 92 Millionen Cane Toads. Dies entspricht einem Verhältnis von 420 Kröten pro Einwohner. Da die Aga Kröte giftig ist und sich aufgrund einer fehlenden „natürlichen Evolution“ (in Bezug auf die Kröte und ihre Umgebung) in Australien keine Giftresistenz bei den Jägern entwickeln konnte, ist die Existenz vieler Säugetiere und Reptilien ernsthaft bedroht. Im Kakadu National Park sind sogar schon mehrere Schlangen- und Waran-Arten vollständig ausgestorben, da sie dem Gift der Kröte nicht trotzen konnten.

Organisierte „Aga Kröten Killing Tours“

Im Northern Territory und in Queensland haben sich mittlerweile kleine freiwillige „Rettungstrupps“ bereit erklärt, in den Kampf gegen die Kröte zu ziehen, um die rasante Verbreitung wenigstens etwas zu unterbinden. Unzählige Kampagnen, Flyer, Plakate und Schilder weisen sogar darauf hin, dass man im Falle einer Begegnung mit der Cane Toad sie umgehend töten soll. Und selbst die Touristenbranche bringt sich hier ein und wittert ein gutes Geschäft. Bei den sogenannten „Cane Toad Killing Tours“ geht es darum, durch die australische Wildnis zu ziehen und möglichst viele der unerwünschen Kröten zu töten. Bleibt nur zu hoffen, dass in ferner Zukunft niemand auf die Idee kommt ein neues Tier in Australien einzuführen, welches die Kröte vernichten soll und weitere Schäden verursacht. Hier sollte das Motto lauten: Aus Fehlern lernt man (hoffentlich).

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